Grün oder EKD wählen

göring-eckardt

Wenn nächstes Jahr Bundestagswahl ist, kann man vielleicht EKD wählen. Man müsste dann nur sein Kreuzchen bei den Grünen machen, um die zweithöchste Repräsentantin der evangelischen Kirche zu unterstützen: Katrin Göring-Eckardt. Denn die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvize- und Kirchentagspräsidentin von 2011 will jetzt auch Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl werden.

Eine Ober-Protestantin als Speerspitze im Wahlkampf? Das ist neu. Aber geht das? Kirche soll und muss parteiisch sein im Sinne des Evangeliums. Und es liegt im Kern der christlichen Botschaft begründet, dass sich Christen auch in Gesellschaft und Politik einmischen, auch für Spitzenposten. Auch das ist gut.

Das Problem ist nur – Katrin Göring-Eckardt wird es als Theologin wissen – dass sich aus dem Evangelium kein Parteiprogramm ableiten lässt. Ist für die eine Christin der Klimaschutz christlich, ist es für den anderen Christen der Erhalt der Arbeitsplätze im benachbarten Tagebau. Ist es für den einen Christen die Unterstützung zu Hause erziehender Mütter, ist es für die andere Christin die soziale Chancengleichheit in Kindergärten. Über die Positionen zu Ehe und Homosexualität gar nicht zu reden.

Als Spitzenkandidatin wird Katrin Göring-Eckardt in diesen Fragen klar Partei ergreifen. Unweigerlich zieht sie damit die EKD, den Kirchentag und die beiden großen evangelischen Magazine »chrismon« und »zeitzeichen«, deren Herausgeberin sie ist, mit in den Wahlkampf. Die Gefahr der Vereinnahmung besteht, zumindest aber die der Unfreiheit. Gerade wenn man Göring-Eckardts Werte teilt, die hohe Maßstäbe an Demokratie und Transparenz legen, muss man ihr raten, ihre kirchlichen Ämter während des Wahlkampfes ruhen zu lassen.

Andreas Roth

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]

Grün oder EKD wählen

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Wenn nächstes Jahr Bundestagswahl ist, kann man vielleicht EKD wählen. Man müsste dann nur sein Kreuzchen bei den Grünen machen, um die zweithöchste Repräsentantin der evangelischen Kirche zu unterstützen: Katrin Göring-Eckardt. Denn die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvize- und Kirchentagspräsidentin von 2011 will jetzt auch Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl werden.

Eine Ober-Protestantin als Speerspitze im Wahlkampf? Das ist neu. Aber geht das? Kirche soll und muss parteiisch sein im Sinne des Evangeliums. Und es liegt im Kern der christlichen Botschaft begründet, dass sich Christen auch in Gesellschaft und Politik einmischen, auch für Spitzenposten. Auch das ist gut.

Das Problem ist nur – Katrin Göring-Eckardt wird es als Theologin wissen – dass sich aus dem Evangelium kein Parteiprogramm ableiten lässt. Ist für die eine Christin der Klimaschutz christlich, ist es für den anderen Christen der Erhalt der Arbeitsplätze im benachbarten Tagebau. Ist es für den einen Christen die Unterstützung zu Hause erziehender Mütter, ist es für die andere Christin die soziale Chancengleichheit in Kindergärten. Über die Positionen zu Ehe und Homosexualität gar nicht zu reden.

Als Spitzenkandidatin wird Katrin Göring-Eckardt in diesen Fragen klar Partei ergreifen. Unweigerlich zieht sie damit die EKD, den Kirchentag und die beiden großen evangelischen Magazine »chrismon« und »zeitzeichen«, deren Herausgeberin sie ist, mit in den Wahlkampf. Die Gefahr der Vereinnahmung besteht, zumindest aber die der Unfreiheit. Gerade wenn man Göring-Eckardts Werte teilt, die hohe Maßstäbe an Demokratie und Transparenz legen, muss man ihr raten, ihre kirchlichen Ämter während des Wahlkampfes ruhen zu lassen.

Andreas Roth

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