Lutz Scheufler nach Erklärung gekündigt

Lutz Scheufler

Lutz Scheufler

Das Landeskirchenamt hat dem Jugendevangelisten Lutz Scheufler gekündigt. Sein Arbeitsverhältnis werde zum 31. März 2013 beendet, teilte das Landeskirchenamt mit. Bis dahin bleibe er vom Dienst suspendiert. Begründet wird die Entscheidung mit einer Erklärung Scheuflers und anderer Mitglieder des Evangelisationsteams, den Landesbischof und die Landessynode nicht mehr als geistliche Leitung anzuerkennen und zu einer Bekenntnissynode aufzurufen. Hintergrund ist der Streit um die Entscheidung von Kirchenleitung und Synode, auch in Sachsen in Einzelfällen homosexuelle Partnerschaften in Pfarrhäusern zuzulassen. Das Evangelisationsteam lehnt dies mit Verweis auf die Bibel ab.

»Der geistliche Auftrag zu seinem Dienst als Evangelist in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ist ihm von der Landeskirche übertragen worden, deren Leitungsorganen Herr Scheuf­ler generell die geistliche Leitungsfunktion abspricht«, heißt es in der Erklärung des Landeskirchenamts. »Insofern verlässt er die Grundlage seiner Tätigkeit.« Anders als zwei weitere Unterzeichner der Erklärung des Evangelisationsteams, die weiterhin Mitarbeiter der Evangelischen Jugend in Marienberg und Aue sind, sei Scheufler »nicht zu Erklärungen bereit« gewesen, »die als eine hinreichende Klarstellung angesehen werden können.«

Das Landeskirchenamt betont, Scheuflers Haltung zur Bewertung der Homosexualität sei weder Grund noch Anlass der Kündigung. Auch er genieße den von der Landessynode zugesicherten Gewissensschutz.

Lutz Scheufler erklärte, er wolle künftig als Leiter des Evangelisationsteams auf Spendenbasis arbeiten. Aus der Landeskirche werde er nicht austreten.

Die Sächsische Bekenntnisinitiative, in der sich die Vorstände von 106 Kirchgemeinden und über 7900 Einzelpersonen gegen die Öffnung für homosexuelle Partnerschaften aussprechen, kritisierte die Kündigung Scheuflers und spricht von einer Verschärfung des Konflikts. »Wir sehen darin ein Versagen der Kirchenleitung im Dienst an der Einheit der Kirche. Wir rufen die Verantwortlichen in der Landeskirche auf, diesen Schritt zurück zu nehmen«, heißt es in einer Erklärung der Bekenntnisinitiative. »Wir befürchten, dass die Entlassung von Lutz Scheufler von einem Teil der Gemeindeglieder als Signal gegen einen ergebnisoffenen Gesprächsprozess verstanden wird und zu einer weiteren Entfremdung von Kirchenleitung und Gemeindebasis führt.«

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