Vielfalt schadet nicht

© Billy Alexander (sxc.hu)

Die Idee kam aus einem Gesprächskreis: ein Gemeindeabend zum Thema Homosexualität im Pfarrhaus. Es war erstaunlicherweise die erste Veranstaltung, die sich am vergangenen Freitag öffentlich in der Kirchgemeinde im Leipziger Osten damit auseinandersetzte. Auch Vertreter aus dem Kirchenvorstand waren dabei und gespannt auf die Reaktionen aus der Gemeinde. Der Referent, ein Landessynodaler, freute sich über das Interesse und legte die Arbeit der Landessynode zu diesem Thema offen. Anschließend wurde diskutiert.

Vor allem für Kirchvorsteher war es wichtig zu sehen, welche Wünsche und Ängste die Gemeinde bewegt, welches Bibelverständnis ihrem Glauben zugrunde liegt. Schließlich müssen sie im Einzelfall entscheiden, ob ein homosexueller Pfarrer mit Partner ins Pfarrhaus darf oder nicht. Eine einheitliche Meinung dazu gab es an dem Abend nicht, aber der Gesprächsprozess in der Gemeinde läuft.

Ganz anders ist es, wenn es um das Sakrament des Abendmahls geht.

In dieser theologischen Frage, ob Kinder mit sieben, acht oder zehn Jahren teilnehmen können, ist eine einheitliche Regelung in der Landeskirche angedacht. Doch im theologischen Ausschuss der Landessynode wird nur eine verhaltene Anteilnahme der Gemeinden festgestellt. Warum verläuft dieses Gespräch so unaufgeregt?

Warum kann jede Gemeinde seit 1983 darüber selbst entscheiden – und tut es in bunter Vielfalt auch in konservativen Regionen?

Warum ist darüber noch kein großer Bibelstreit entbrannt?

In dieser so wichtigen Frage hat Vielfalt der Landeskirche offensichtlich nicht geschadet.

Uwe Naumann

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