An die Eltern des toten Jungen

wzw3912

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. 2. Timotheus 1, Vers 10

Dem Tod die Macht genommen? Ein Gang über den Friedhof spricht eine andere Sprache: reihenweise Gräber, reihenweise Zeugnis vom Eingriff des Todes ins Leben und oft ganz hart – mitten im Leben oder noch davor. Da lese ich: Erich geboren 18. 10. 2001 – gestorben 27. 1.  2012. Ich weiß nicht, ob eine Krankheit oder ein Unfall die Ursache war. Ich weiß nur, viel zu früh kam dieser Tod. Wer weiß, wie die Eltern das verkraftet haben.

Dem Tode die Macht genommen: Das wird hier als Tatsache festgestellt, als könne es keinen Zweifel geben. Wie kann ich das vermitteln, wenn kein erfülltes langes Leben zu Grabe getragen wird, sondern Erich, zehn Jahre alt? Manchmal beneide ich Mathematiklehrer. Die können alles, was sie behaupten, auch beweisen. Wir Theologen haben es da schwerer. Die Bibel sagt an vielen Stellen: Glaube nur. Dein Glaube hat dir geholfen. Und so ist es auch mit diesem Satz. Jesus hat das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch seine Auferstehung. Das ist die gute Nachricht, das Evangelium. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätten wir als Theologen doch nichts mehr zu sagen, wären wir überflüssig.

Ich möchte den Eltern von Erich so gern sagen: Glaubt daran, dann wisst ihr euren Sohn geborgen in Gottes Liebe und müsst ihn nicht dem Dunkel des Grabes überlassen. Sein Leib wird auferstehen. Das heißt nicht, dass sein Körper nicht doch vergeht. Sein Wesen aber, seine Einmaligkeit ist und bleibt unvergänglich und gewinnt neues Leben bei Gott. Wer daran glaubt, hat es besser im Leben und im Tod. Der kann nichts verlieren, nur gewinnen. Glaube nur!

Angela-Beate Petzold

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]