Dealerbande ausgehoben; Mehr als 12 kg Rauschgift beschlagnahmt

Nächtliche gewalttätige Resonanzaktionen
Leipzig – Zeit: 12.10.2012, 15:40 Uhr bis 15.10.2012
Nach intensiven zeitaufwendigen Ermittlungen des Rauschgiftkommissariates der PD Leipzig gegen eine Bande von Drogenhändlern wurden am Nachmittag des 12. Oktober 2012 im Zusammenwirken mit der Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse zu mehreren Wohnungen in Leipzig, u. a. in der Stockartstraße, vollzogen.
Dabei wurden über 11 kg Marihuana, ca. 1,5 kg Haschisch sowie weitere be- täubungsmittelverdächtige Substanzen, wie Crystal, in geringeren Mengen, ca. 1.000 Euro Bargeld und Waffen sichergestellt. Die Maßnahmen richteten sich gegen vier Beschuldigte, von denen zwei 36-jährige männliche Personen nach Vorführung beim Ermittlungsrichter in Haft genommen wurden.
Die Maßnahmen von Staatsanwaltschaft und Polizei richteten sich ausschließlich gegen Straftäter, die bereits über einen längeren Zeitraum intensiv mit Betäubungsmitteln gehandelt hatten. Ausdrücklich nicht im Fokus standen die Vertreter der so genannten alternativen Szene in Connewitz.
Umso unverständlicher sind die danach einsetzenden Resonanzstraftaten, die wie eine Solidarisierung mit den Rauschgifthändlern wirken müssen. Dabei wurden in den Abendstunden des 12. Oktober 2012 zwei Polizeidienststellen in der Weißenfelser Straße sowie in der Dimitroffstraße mit Molotowcocktails und Farbbeuteln massiv angegriffen. Zudem wurden im Verlaufe des Wochenendes eine Barrikade in der Prinz-Eugen-Straße errichtet und angezündet, Mülltonnen in Brand gesetzt, abgestellte PKW beschädigt, Geschäfte sowie eine Straßenbahn mit Steinwürfen angegriffen. Dabei entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Personen kamen nicht zu Schaden.
Im Zusammenhang mit den Durchsuchungsmaßnahmen in der Stockartstraße wurde durch die eingesetzten Beamten festgestellt, dass aus einem angrenzenden Gebäude Gegenstände auf das Nachbargrundstück des Kindergartens in der Biedermannstraße geworfen wurden. Da der Verdacht bestand, dass Beweismittel vernichtet bzw. verbracht werden sollten, war sofortiges Handeln angezeigt. Das relevante Grundstück konnte kurzfristig nur über den Hof des Kindergartens erreicht werden. Nachdem der mehrfache Versuch einer telefonischen Kontaktaufnahme scheiterte, entschlossen sich die Einsatzkräfte, den Außenbereich des Kindergartens zu betreten. In der Folge wurde die Betreuerin über die Maßnahmen informiert und gebeten, die Kinder nicht mehr im Freien spielen zu lassen sowie beruhigend auf sie einzuwirken. Bei den Einsatzkräften handelte es sich um Beamte der Bereitschaftspolizei; das SEK war nicht im Einsatz.
Mit der Leitung und dem Träger des Kindergartens wurde am heutigen Tag Kontakt aufgenommen und der Hintergrund der polizeilichen Maßnahmen erläutert.