Tourismusverband Sächsisches Elbland auf neuem Kurs mit Dresden

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Strategische Vision für mehr touristische Wettbewerbsfähigkeit

Radebeul – 23. Oktober 2012 – Am 23. Oktober 2012 stellte der Tourismusverband Sächsisches Elbland im Hotel Goldener Anker in Radebeul seine strategische Vision für die Entwicklung der Destination Sächsisches Elbland vor. Hintergrund einer Neuausrichtung der Verbandsarbeit ist die „Tourismusstrategie Sachsen 2020“, die vom Landtag des Freistaates Sachsen im November 2011 beschlossen worden ist. Dieses 39-seitige Papier formuliert Zielgrößen für wirtschaftlich tragfähige und damit wettbewerbsfähige touristische Räume, sog. Destinationen, die eine Stadt, eine Landschaft oder eine ganze Urlaubsregion sein können. Die Gästeströme bestim- men letztlich den Begriff der Destination. In diesem Zusammenhang sind derzeit umfangreiche Aktivitäten in der Tourismusbranche zur Umstrukturierung und inhaltlichen Neuorientierung im Gange.

Ausgangssituation
Auch das Sächsische Elbland, die Tourismusregion von Dresden bis Torgau, hat erkannt, dass die Bildung einer starken, auf Deutschland-Niveau wettbewerbsfähigen Destination in Angriff genommen werden muss. Mehrere Untersuchungen und Marktforschungsergebnisse zeigen, dass die Region Sächsisches Elbland und die Stadt Dresden in ihrem Markenkern eine starke Ähnlichkeit aufweisen. Darüber hinaus hat die Stadt Dresden in ihrer Markenstärke nicht nur deutschlandweit, sondern auch international eine enorme Entwicklung in den letzten Jahren erlebt. Das Sächsische Elbland ist bis dato einer eigenen Vermarktungsstrategie gefolgt und hat zu bestimmten Themen mit der Stadt Dresden zusammengearbeitet.

Mögliche Entwicklungsrichtungen
Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Kommunen und der Tourismuswirtschaft, beschäftigte sich auf der Grundlage von Gästebefragungen, statistischen Zahlen und wissen- schaftlich fundierten Untersuchungen ein Jahr lang mit der bisherigen Entwicklung und den zukünftigen Wachstumschancen für das Sächsische Elbland. In den letzten 10 Jahren hat es zwar bei den Gästeankünften, Übernachtungen und der Bettenkapazität Steigerungen von 4 bis 9 % gegeben, aber diese Wachstumsraten sind unterdurchschnittlich im Vergleich zur Gesamtentwicklung Sachsens und vor allem Dresdens. Um den Tourismus in der Region als wirt- schaftlich wichtige Branche mit ihrem Arbeitskräfte- und Umsatzvolumen zu stärken, ergeben sich für den Tourismusverband Sächsisches Elbland drei Optionen: Als erstes könnte man die Verschmelzung der starken Marke Dresden und der derzeit schwachen Marke Sächsisches Elbland anstreben, was faktisch die Fusion des Tourismusverbandes mit der Dresdner Vermarktungsorganisation zur Folge hätte. Die zweite Option wäre die Profilierung des Sächsi- schen Elblandes durch Ab- oder Ausgrenzung von Dresden. Und als dritte Möglichkeit kann man die Markennähe Dresdens durch eine intensive Zusammenarbeit nutzen, ohne dass die Ziele und Interessen der Tourismusverbandsmitglieder aufgegeben werden.

Entscheidung der Verbandsmitglieder
Auf ihrer Mitgliederversammlung am 15. Oktober beschlossen die 56 Mitglieder, darunter der Landkreis Meißen, 11 Kommunen und sog. Fördernde Mitglieder (Hotels, Sparkassen, Reiseveranstalter, Verkehrsunternehmen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen), einstimmig, dass die stärkere Kooperation mit Dresden unter Beibehaltung der organisatorischen Selbständigkeit beschritten werden soll. Damit stimmten sie dem neuen Strategieansatz zu, der räumliche, inhaltliche und organisatorische Aspekte der Zusammenarbeit mit Dresden regelt. Unter dem derzeitigen Arbeitstitel „Dresden und sein Umland“ soll das Wechselspiel zwischen Dresden und dem Sächsischen Elbland (Stadt – Land/Natur; Anspannung – Entspannung, Aktion – Genuss usw.) zu einem Mehrwert für die Vermarktung sowohl Dresdens als auch des Sächsischen Elblandes führen. Bert Wendsche, Präsidiumsvorsitzender des Tourismusverbandes und Ober- bürgermeister der Stadt Radebeul, erläutert die neue Qualität dieser Vision: „Der Beschluss ist ein wichtiger Schritt nach vorn in der touristischen Vermarktung unserer Region. Nachdem Ziel und Weg nunmehr klar beschrieben sind, gilt es sich jetzt gemeinsam mit Dresden engagiert und entschlossen auf den Weg zu begeben. Dabei können alle nur gewinnen: die Touristen, unsere Region und unsere Wirtschaft.“
Auch Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH, sieht den Nutzen der zukünftigen Zusammenarbeit: „Die Entscheidung des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland im Hinblick auf eine engere Marketingkooperation ist ein großer Vertrauensbeweis – in die Stärke der Marke Dresden und in unsere Arbeit. Es ist für den Tourismus strategisch sinnvoll, wenn Dresden und sein Umland intensiver zusammenarbeiten und das Alleinstellungsmerk- mal einer attraktiven Stadt in Verbindung mit einem wunderschönen Umland stärker im In- und Ausland kommunizieren.“
Aus der Stadtverwaltung Dresden kommen ebenso zustimmende Worte. „Eine gemeinsame touristische Vermarktung von Stadt und Region ist sinnvoll und steht im Einklang mit unserer Stadtpolitik“, sagt Dirk Hilbert, Erster Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden.

Die nächsten Schritte
Die Herausforderungen des neuen Strategieansatzes sind gewaltig. Beispielsweise müssen einige Orte oder Gebiete akzeptieren, dass es sog. „touristische Leuchttürme“ gibt, die die Region repräsentieren und Reisebegehrlichkeiten wecken sollen, also eine deutschlandweite Bekanntheit und Ausstrahlung haben. Diese Leuchttürme wie beispielsweise die Städte Dresden und Meißen, Radebeul, Moritzburg oder Torgau mit ihren Attraktionen übernehmen auf der anderen Seite aber auch eine gewisse Verantwortung für die weniger bekannten sehenswerten Ziele im Sächsischen Elbland. Die Gäste anlocken – das ist die Aufgabe der „Leuchttürme“ auf der obersten Ebene. Die Gäste in der Region halten oder sie zum Wiederholungsbe- such anregen – das ist die Aufgabe der darunter liegenden örtlichen Ebene. Deshalb soll es eine deutliche Aufgabenteilung zwischen den einzelnen Ebenen und Organisationen (örtliche Tourist-Informationen, Gebietsgemeinschaften wie der Dresdner Heidebogen e.V., Tourismusverband, Destination) geben mit dem Ziel, die zur Verfügung stehenden Gelder mit einer höheren Schlagkraft und die personellen Kräfte effektiver einzusetzen. Das wiederum erfordert eine deutlich bessere Kommunikation und zielgerichtete Arbeitsweise auf jeder Ebene. Für die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Dresden und dem Tourismusverband Sächsisches Elbland heißt das beispielsweise, dass es einen gemeinsam abgestimmten Marketingplan geben wird.

Zur konkreten Umsetzung der neuen strategischen Zusammenarbeit werden zwei neue Arbeitsgruppen ihre Arbeit ab Januar 2013 aufnehmen: Die Arbeitsgruppe „Strategisches Marketing“ unter Leitung von Frau Maria Pushkareva, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland, und Frau Dr. Bunge sowie die Arbeitsgruppe „Organisation und Finanzierung“ unter Federführung von Bert Wendsche. Bis zum 31.12.2013 sollen dann alle Eckpunkte der Strategie ausformuliert und beschlossen werden.

Zur weiteren Vorgehensweise sagt Dr. Bunge: „In einem ersten Schritt gilt es, gemeinsam eine Vermarktungsstrategie für die Destination unter dem Arbeitstitel Dresden und sein Umland zu entwickeln. Dabei wird es darum gehen, auf Grundlage des Erfolgsmusters der Marke Dresden und relevanter Marktforschung über die Region einen gemeinsamen Markenkern festzulegen und die jeweiligen Besonderheiten von Stadt und Umland herauszuarbeiten. Dann werden wir daraus eine gemeinsame Marktbearbeitung und ein abgestimmtes Kommunikationsmuster entwickeln können.“
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit, die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen und der Landestourismusverband Sachsen befürworten die neuen Vision zur Herausbildung der wettbewerbsfähigen Destination, die Dresden und sein Umland umfasst, und sicherten ihre Unterstützung in der Umsetzung zu.