Reformation ist mehr

lutherEs gibt Lutherwege, Luthernächte, Luthermusik, Thesenanschläge und Martin-Luther-Partys. Rund um das Gedenken an die Reformation sind offenbar der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Manches mag wohlmeinend sein. Bei manchem würde sich der Mönch aus Wittenberg wohl im Grabe umdrehen. Denn wenn er eines nicht mochte, dann war es das Primborium, das um irdische Personen und Ereignisse gemacht wurde.

Da mögen die Themenjahre innerhalb der Lutherdekade, die wir bis zum 500-jährigen Jubiläum des Thesenanschlags von 1517 begehen, vielleicht einige Kontrapunkte setzen, um die Anliegen der Reformation in den Blick zu rücken. In diesem Jahr war es die Musik, waren es die Lieder, die zu allen Zeiten dazu dienen, die Gedanken der Menschen auszusprechen und durch Klänge zu verbreiten.

Das kommende Jahr steht unter dem Thema »Reformation und Toleranz«. Wenn wir es nicht schon immer wussten, werden wir dann darauf gestoßen: Reformation heißt Veränderung und Veränderungen sind oft mit Konflikten verbunden. Und mit diesen umzugehen, ist eine ständige Herausforderung – nicht nur für Christen.

Doch wir Christen haben dafür Handwerkszeug: Wir haben die Nächstenliebe, um die Ängste des Gegenüber im Blick zu behalten, und wir haben die Freiheit eines Christenmenschen, die uns Luther vorgelebt hat, um nicht nach dem Motto zu verfahren »Buckel krumm und Klappe halten«.

Das offene Wort der Kirchen, ihre Aufrufe zu Gemeinschaft und Versöhnung werden nicht erst in diesem Jahr gefragt sein. Bei allen Konflikten in der Welt können Christen vor allem eines: Die Botschaft der Hoffnung weitergeben.

Und das wäre ganz im Sinne von Luther.

Christine Reuther

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