In den leisen Tönen Gottes Stimme hören

© gary manning - sxc

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade; siehe, jetzt ist der Tag des Heils.
2. Korinther 6, Vers 2

Frauke Fähndrich ist Pfarrerin der Kirchgemeinde Waldheim.

Frauke Fähndrich ist Pfarrerin der Kirchgemeinde Waldheim.

Wir leben allzu gern in der Zukunft. Wir nehmen uns vor:
»Wenn ich erst die Prüfung bestanden habe.«
»Wenn ich erst Arbeit gefunden habe.«
»Wenn wir erst das Haus abbezahlt haben.«
»Wenn wir erst in Rente sind«
– dann wird das wahre Leben beginnen.

So verschieben wir das Eigentliche immer weiter. Und nicht selten sind diese Wenns, falls sie dann eintreten, mit Enttäuschungen verbunden. Das liegt daran, dass wir den Einfluss äußerer Faktoren auf unser Leben leicht überschätzen. Da scheint es einfacher, auf die Zukunft zu hoffen, als sich mit der Gegenwart auseinanderzusetzen.

Gott wartet nicht, bis etwas passiert. Er möchte uns jetzt inspirieren, mit uns da, wo wir sind, beginnen.

Doch es ist nicht so einfach im Hier und Jetzt zu leben. Zu vieles strömt gleichzeitig auf uns ein. Wie können wir lernen, uns auf die Gegenwart zu konzentrieren, jetzt Gottes Gegenwart zu suchen?

Mir helfen dabei fest in den Tagesablauf eingeplante Zeiten für und mit Gott – in denen ich mich darin übe, innerlich still zu werden, zur Ruhe zu kommen, zu mir selbst, zu Gott zu finden.

Ich habe gelernt: Wenn ich ganz bei der Sache bin – und nicht in Gedanken schon wieder wo anders – dann kann ich in den leisen Tönen Gottes Stimme hören: Er ist für mich da.

Und noch etwas ist mir besonders in den letzten Monaten deutlich geworden: Gnade kann ich mir nicht selber zusprechen. Sie muss mir zugesprochen werden.

Biblische Worte wie dieses an die Korinther helfen dabei. Auf sie kann ich mich stützen, auf sie kann ich pochen. Paulus ruft eindringlich: Sieh – und hör – genau hin: Jetzt ist der gnädige Gott für dich da – zu deinem Heil!

Frauke Fähndrich

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