Gewalt gegen Frauen: GRÜNE fordern Weiterbildung der Polizei und finanzielle Absicherung von Schutz- und Beratungsangeboten

Dresden. Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November fordert Claudia Maicher, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen: "Jede Form von Gewalt gegen Frauen muss gesellschaftlich geächtet werden. Der Schutz vor Gewalt ist ein Menschenrecht."

Fast 80 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt sind in Sachsen Frauen. Die sächsische Polizei erfasst nach eigenen Angaben immer mehr Fälle.

"Deswegen muss der Freistaat sowohl den Schutz vor Gewalt als auch Hilfs- und Beratungsangebote für Opfer ausreichend und verlässlich unterstützen. Davon kann in Sachsen aber keine Rede sein", stellt die GRÜNEN-Landesvorsitzende fest.

Maicher fordert einerseits mehr Weiterbildung für die Polizei und andererseits verlässliche Angebote für Opfer von Gewalt: "Sachsen braucht ein einheitliches Schulungsprogramm für Polizistinnen und Polizisten. Das würde den Schutz der Opfer enorm erleichtern."

"Die Einführung des bundesweiten Hilfetelefons im nächsten Jahr ist eine sehr gute Sache. Das wird aber zur Farce, wenn die letzten Schutzangebote vor Ort abgebaut werden und die Türen verschlossen bleiben. Wer keine Anlaufstelle im Umfeld kennt, wird allein gelassen", kritisiert Maicher.

"Persönliche Hilfe für gewaltbedrohte Frauen darf nicht davon abhängen, ob sie zufällig in der richtigen Stadt wohnen. Solange Hilfsangebote zu den freiwilligen Aufgaben der Kommunen gehören, bleibt ihre Finanzierung ein stetiger Kampf. Dieser endet immer öfter mit Personalabbau oder der Schließung der Frauenhäuser und Beratungsstellen", beklagt die GRÜNEN-Vorsitzende.

Die GRÜNEN fordern seit Langem, dass bedarfsgerechte Schutz- und Beratungsangebote für betroffene Frauen und Kinder staatliche Pflichtaufgabe werden.

"Notwendige Hilfsangebote dürfen nicht vom Entscheidungswillen einzelner Landräte oder Gemeindevertreter abhängen. Schutz muss unabhängig und sicher gewährleistet werden", so Maicher abschließend.

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Hintergrund:Statistik der Polizei zu häuslicher Gewalt in Sachsen

Pressemitteilung 2012-66 vom 23.11.2012

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