»Kirche klingt«: Das Jahr der Kirchenmusik endet in Sachsen


Nach einer Reise durch ganz Deutschland kommt der Konzertreigen »366+1« nach Sachsen. Die Konzerte in 30 sächsischen Kirchen beschließen das Jahr der Kirchenmusik.

Reichenbach macht den Auftakt: Kantor Andreas Kamprad eröffnet am Sonntag den sächsischen Monat der EKD-Konzertreihe »Kirche klingt« an der Eule-Orgel der St. Trinitatiskirche in der Vogtlandstadt. (Foto: Franko Martin)

Reichenbach macht den Auftakt: Kantor Andreas Kamprad eröffnet am Sonntag den sächsischen Monat der EKD-Konzertreihe »Kirche klingt« an der Eule-Orgel der St. Trinitatiskirche in der Vogtlandstadt. (Foto: Franko Martin)

Wenn das dicke Buch mit dem Titel »Chronik« am 2. Dezember im vogtländischen Reichenbach an Kantor Andreas Kamprad übergeben wird, ist es schon recht abgegriffen. Kein Wunder, schließlich wanderte die »Chronik« durch bisher über 330 Kirchgemeinden in ganz Deutschland: Von Augsburg bis ins thüringische Gräfenwarth, von wo es Kantor Friedemann Fischer am ersten Adventssonntag nach Reichenbach mitbringen wird.

»Diese Chronik, in der sich alle Mitwirkende der Konzertreihe ›366+1‹ verewigt haben, ist ein wunderbares Abbild der kirchenmusikalischen Vielfalt in Deutschland«, schwärmt Angelika Beer vom Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das die Musikreihe organisiert hat.

»Singt und klingt« – unter diesem Motto will das kirchenmusikalische Themenjahr 2012 innerhalb der Lutherdekade auf die besondere Bedeutung der Musik für den evangelischen Glauben aufmerksam machen. Schließlich wurde der Gemeindegesang durch Martin Luther zu einem wesentlichen Bestandteil des Gottesdienstes gemacht und als »singende Verkündigung« des Evangeliums geschätzt.

Innerhalb des musikalischen Staffellaufes erklingen neben den Liedern der Reformation auch geistliche Chor-, Orgel- und Orchesterwerke – an jedem Tag im Jahr in einer anderen Kirche. Im Dezember ist Sachsen an der Reihe. Die Spanne reicht hier vom Adventsliedersingen in der Marienkirche zu Marienberg bis zur Aufführung einer Telemann-Kantate in der Georgenkirche Flöha. Dazwischen gibt es Liedermacherkonzerte von Jonathan Leistner in Glauchau, Stephan Krawczyk in Oybin und ein A-Capella-Kammerchorkonzert in Freiberg. »Wir freuen uns, dass bisher alle Konzerte in dieser Reihe überdurchschnittlich gut besucht waren und auf durchweg gute Resonanz gestoßen sind«, sagt Angelika Beer.

Jeweils für eine Woche steht ein Leitlied aus dem Evangelischen Gesangbuch im Mittelpunkt der Konzerte. Beim Konzert an der Eule-Orgel in der mit Kerzen erleuchteten Trinitatiskirche in Reichenbach soll es das Adventslied »Wie soll ich dich empfangen« sein. »Kompositionen von Bach, Reger und Olivier Messi­aen werden sich an das bekannte Adventslied thematisch anlehnen«, kündigt Kantor Andreas Kamprad an. Er freut sich, mit diesem Konzert Teil des »klingenden Bandes« der Musikreihe zu sein. Ergänzt werden die Orgelstücke durch Gedichte des Schriftstellers Uwe Grüning, die er selbst vorträgt.

Schließlich soll die Konzertreihe am Altjahresabend in der St. Johanniskirche in Zittau beschlossen werden. Neben einer Sinfonie von Johann Christian Hertel soll die Kantate »Von guten Mächten wunderbar geborgen« des Zittauer Komponisten Neithard Bethke aufgeführt werden. »Diese Kantate soll unsere Gestaltung des Leitliedes sein«, sagt Kantorin Katrin Bethke. Für sie ist es eine besondere Ehre, das Finale der Konzertreihe »366+1« zu bestreiten. An ihr wird es sein, die so reich gefüllte bundesweite Kirchenmusik-Chronik mit einem sächsischen Eintrag zu beschließen.

Stefan Seidel

www.ekd-366plus1.de

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