Auf der Straße der Erwartung ist noch viel zu tun

advent


Bereitet dem HERRN den Weg; denn siehe, der HERR kommt gewaltig.

Jesaja 40, Vers 3.10

Vergangenen Sommer hatte ich Gelegenheit, in den Alpen Reste einer aus dem Felsen gehaue­n­en Römerstraße zu besichtigen. Auf einer Tafel konnte ich lesen, dass man bereits damals genormte Achsweiten für Karren hatte, um beim Wegebau Orien­tierung zu haben.

Klar, jede Straße muss so gebaut sein, dass sie den zu erwartenden Verkehr aufnehmen kann. Umgedreht wird darauf zu achten sein, dass Fahrzeuge für das vorhandene Straßennetz passen. Zur Zeit testet man in Deutschland sogenannte Gigaliner. Das sind extralange Lastwagen, von denen niemand so genau weiß, ob sie für unser Straßensystem wirklich geeignet sind.

Tobias Bilz ist Landes­jugendpfarrer von Sachsen. (Foto: Steffen Giersch)

Tobias Bilz ist Landes­jugendpfarrer von Sachsen. (Foto: Steffen Giersch)

Im Wochenspruch geht es natürlich um einen anderen Weg. Dennoch muss auch dieser Weg zu seinem Nutzer passen. Gott selbst wird angekündigt. Er will kommen. Zugleich wird, im Bilde gesprochen, darauf hingewiesen, dass dafür eine gewaltige Straße gebraucht wird. Ich nenne sie für die Adventszeit die »Straße der Erwartung«.

Gott zu erwarten, ist nicht nur ein stilles Harren. Es ist dem Straßenbau vergleichbar. Felsen der Bitterkeit sind zu sprengen und Täler der Niedergeschlagenheit zu überwinden. Sümpfe des Unrechts gilt es trockenzulegen, Schluchten des Hasses sind zu überbrücken. Höhenzüge des Stolzes müssen untertunnelt und Kurven der Raffinesse begradigt werden. Die Art und Weise des Kommens Gottes ist auch abhängig von dem Weg, der dafür geschaffen wird. Die Weihnachtsgeschichte bietet dafür ausreichend Anschauungsunterricht.

Ich wünsche Ihnen für den 3. Advent eine intensive Bauzeit an Ihrer »Straße der Erwartung«. Scheuen Sie keine Mühe, alles dafür zu tun, dass Christus bei Ihnen einziehen kann.

Tobias Bilz

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]