Tierisches

Ein Einsatz, der sicher auch in den Erinnerungen der beteiligten Beamten noch nachgewirkt hat, führte sie in der Nacht zum 1. August 2012 nach Langenberg zum Thomas-Müntzer-Weg. Ein Fuchs hatte sich kurz vor 4 Uhr offenbar über die Katzenklappe ins Haus geschlichen und wollte nicht mehr gehen. Ein erster Hilferuf der Bewohner bei der Feuerwehr brachte keinen Erfolg, weil es sich um ein Wildtier handelte. Weil auch der Jagdpächter nicht zu erreichen war, fuhren zwei Beamte des Polizeireviers Limbach-Oberfrohna nach Langenberg, um den Leuten zu helfen und Reineke Fuchs klarzumachen, wo er hingehört. Aug in Aug mit dem schlauen Pelzträger, der offensichtlich nicht krank war sondern nur besonders dreist, gelang es den Beamten, das Tier mit einer Führstange aus der zweiten Etage ins Freie zu bugsieren. Dort suchte Reineke dann schnell das Weite. Ein erneuter „Hausbesuch“ ist nicht bekannt geworden.

Von der Annaberger Straße in Chemnitz kam im Oktober der Anruf einer 26-jährigen Frau, die im schönsten Dialekt eines benachbarten Freistaates berichtete, auf einem Feld ein „Riesentier“ gesehen zu haben. „ … koan Hund, koane Katz … eher ein Gepard“ soll es gewesen sein. Es war der auch für solche Fälle vorgesehene Außendienstleiter der Polizeidirektion, der zehn Minuten später an das Lagezentrum meldete, dass es sich um Felis silvestris catus, also eine ganz gewöhnliche Hauskatze handelte, die auf Mäusejagd war.

Angesichts immer wieder registrierter Einbrüche in Einfamilienhäuser nahmen die Beamten des Polizeirevier Mittweida auch jenen Anruf in der Nacht zum 15. November 2012 sehr ernst, der sie aus Rossau erreichte. Die 32-jährige Bewohnerin eines Hauses auf der Hauptstraße rief kurz nach 1 Uhr die Polizei. Sie hatte bemerkt, dass jemand um das Haus „schleicht“. Die Polizisten, die mit zwei Funkstreifenwagen zum Tatort gekommen waren, konnten die „Täter“ schnell enttarnen. Es waren vier Schafe, die auf der Suche nach Nahrung wohl ihre Grenzen überschritten hatten.

Eine Herde „ausgebrochener“ Damhirsche beschäftigte die Beamten des Polizeireviers Glauchau am 27. März 2012. Am Morgen jenes Tages wurden sie nach Niederlungwitz gerufen, weil sich viele Tiere auf einem Feld befinden würden. Der Anrufer hatte wohl nicht damit gerechnet, dass in seiner Umgebung derart viele Hirsche in freier Wildbahn vorkommen. Nachdem sich die Beamten der Sache angenommen hatten, bestätigte sich jedoch genau dieser Verdacht, es waren „normale“ Damhirsche, die sich, auch nach Angaben des Jagdpächters, dort sammelten.

Hin und wieder muss die Polizei Anzeigen zu Katzendiebstählen aufnehmen. Dass dabei nicht immer kriminelle Tierhändler dahinterstecken, zeigen zwei Beispiele aus dem Raum Lugau. Dort waren im Verlaufe des Jahres mehrere Anzeigen eingegangen und man sprach von Tierfängern, die umgehen würden. Dass dem nicht in jedem Fall so war, stellte sich im November heraus. Anfang des Monats meldeten zwei Katzenbesitzerinnen ihre Lieblinge als verschwunden. Alles wäre schon geprüft worden. Nicht ins Kalkül hatten die Frauchen aber gezogen, dass die eigenwilligen getigerten Bartputzer auch mal Auszeit von zu Hause nehmen könnten. So kehrte die eine nach nur vier Tagen freiwillig nach Hause zurück. Die andere hielt länger aus und ging in Niederwürschnitz betteln. Dort wurde sie von tierlieben Menschen ins Tierheim gebracht. Weil die Besitzerin auch dort nachgefragt hatte, gab es Ende November ein Wiedersehen.