Schulung Ladungssicherung Verlader

„Fahrer und weitere Personen verletzt …, Sattelzug umgekippt …, große Menge an Diesel ausgelaufen …, Ursache: falsch gesicherte Ladung“. Solche Meldungen sind täglich der Presse zu entnehmen. Nicht nur solche Momentaufnahmen veranschaulichen, dass es da Handlungsbedarf gibt. Statistiken von Polizei und Bundesverkehrsministerium summieren die Einzelfälle und kommen zu eindeutigen Ergebnissen. So ist bei knapp siebzig Prozent der von der Polizei kontrollierten LKW die Ladung gar nicht oder nur unzureichend gesichert. Das ist die Ursache für ein Viertel der Verkehrsunfälle im Schwerlastverkehr. Alleine an den Gütern auf der Ladefläche der Lastkraftwagen in Deutschland entstehen dadurch jährlich Schäden von über 200 Millionen Euro. Kleine Fehler können dann eine große Wirkung haben.

Der Gesetzgeber nimmt beim Thema Ladungssicherung alle Beteiligten in die Verpflichtung: den Absender / Verlader, den Frachtführer / Halter und den Fahrer. Auf Seiten des Verladers ist der so genannte „Leiter der Ladearbeiten“ in der Verantwortung. Dieser ist eine vom verladenden Unternehmen beauftragte, namentlich benannte Person.

Die rechtlichen Folgen: Bei Verstößen gegen die Vorschriften zur Ladungssicherung wird die Angelegenheit als Ordnungswidrigkeit geahndet. Dies zieht in der Regel für den oder die Verursacher Geldbußen nach sich und hat den Eintrag von Punkten im Verkehrszentralregister zur Folge. Hier ist anzumerken, dass auch ein Verlader, der nicht das Fahrzeug führt, bei mangelhaft festgestellter Verladung Punkte in Flensburg erhalten kann. Im schwerwiegenden Fällen (z.B. bei Personenschäden) liegt eine Straftat vor, so dass für die schuldig Gesprochenen eine Gefängnisstrafe verhängt werden kann. Abschließend gibt es noch das Zivilrecht und das Beförderungsrecht, welche bei einer Pflichtverletzung den Schadenersatz für die Geschädigten regeln, zu Lasten des Verursachers.

Die Folgen und deren Ahndung können somit umfangreich und sehr tiefgreifend sein. So weit soll es am besten gar nicht kommen und es stellt sich die Frage, welche Anforderungen zu erfüllen und Maßnahmen durchzuführen sind, um die beschriebenen Auswirkungen zu vermeiden? Hierzu erteilt der Gesetzgeber Antworten.

Die allgemeine Rechtsgrundlage beim Thema Ladungssicherung im Straßenverkehr bildet der Paragraf 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Er verlangt, dass Ladung so zu verstauen und zu sichern ist, „dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können“. Zur weiteren Konkretisierung und Ermittlung des gängigen Stands der Technik im Bereich der Ladungssicherung wird die VDI-Richtlinienreihe VDI 2700 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ verwendet. Dort wird beschrieben, welchen Kräften eine Ladung während des Fahrens ausgesetzt ist. Außerdem werden Möglichkeiten der Ladungssicherung auf Kraftfahrzeugen dargestellt.

Die Thematik „Ladungssicherung“ wurde seit den 90er Jahren immer komplexer. Dies spiegelt sich auch in der Ausbildung des für die Ladungssicherung verantwortlichen Personenkreises wider. Vor zwanzig Jahren wurde dieses Thema kaum in der Kraftfahrerausbildung behandelt. Bei den Verladern zeichnete sich ein ähnliches Bild ab.

Im Gegensatz dazu werden heutzutage über eine breite Fächerung an Themengebieten spezielle Kenntnisse für den fachgerechten, ladungsgesicherten Transport, auf Basis von nationalen und mittlerweile auch europaweiten Richtlinien und Normen, abverlangt. Zum einen sind allgemeine Kenntnisse im Bereich der Ladungssicherung erforderlich. Dann gibt es ein breites Feld, das spezielle Kenntnisse nach Art der transportierten Ware erfordert (z.B. der Transport von Fahrzeugen, von Getränken oder von Absetzbehältern). Hinzu kommen vom Gesetzgeber turnusmäßige vorgeschriebene Qualifizierungmaßnahmen, wie eine jährliche Unterweisung für Lkw-Fahrer in der Ladungssicherung.

Um in der Praxis sicher arbeiten zu können, ist es erforderlich, dass die Verantwortlichen mit den physikalischen Grundlagen der Ladungssicherung vertraut sind, über Sicherungskräfte Bescheid wissen und die Sicherungsmethoden kennen. Außerdem ist das richtige Stauen zu beherrschen, wobei Kippgefahren erkannt und beurteilt werden müssen und es müssen Lastverteilungspläne erstellt werden können. Auch die eingesetzten Materialien, wie Arten der Zurrmittel und die der Ladungsträger müssen bekannt sein und beherrscht werden.

Auch der Verlader muss sich mit dem Fahrzeugaufbau, der Lastverteilung und dem Fahrzeugschwerpunkt auskennen, um die Folgen seiner Beladungssystematik für das Fahrverhalten einschätzen zu können.

Von den mit der Ladungssicherung betrauten Mitarbeitern werden somit ein hohes Maß an Verantwortung und umfassende Kenntnisse abverlangt, die regelmäßig überprüft werden müssen. Um diesen zunehmend anspruchsvoller werdenden Anforderungen gerecht werden zu können, sind entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen unerlässlich.

Zu diesem umfassenden Themengebiet bieten wir, als Ihr qualifizierter Anbieter mit kompetenten Seminarleitern, eine Reihe von Schulungen auf dem aktuellsten Stand an.