Ob der Geist wirkt, liegt nicht in unserer Hand


Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.
Römer 8, Vers 14

Will Paulus uns provozieren? Denn anders herum gesprochen heißt der Wochenspruch: Welche der Geist Gottes nicht treibt und nicht in Schwung versetzt, die sind geistlos und folglich nicht seine Kinder. Wer ist nun vom Geist getrieben und wer nicht? Wer entscheidet überhaupt darüber?

Enno Haaks ist General­sekretär des Gustav-Adolf-Werks in Leipzig.

Enno Haaks ist General­sekretär des Gustav-Adolf-Werks in Leipzig.

Besonders in Lateinamerika stehen die lutherischen Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werkes in der Auseinandersetzung mit den so genannten Pentecostalen, den Pfingstkirchen, die für sich beanspruchen, dass der Geist Gottes unmittelbar in ihren Kirchen und besonders durch die Prediger wirkt. Das ist für sie deutlich erkennbar, wenn die Kirche voll ist und wächst, wenn die Kollekteneinnahmen stimmen und nach außen sichtbar ist: Hier ist was los!

Sicherlich ist das eine einfache Darstellung. Auch richtig ist, dass ein wenig »Be–Geist–erung« unseren Gottesdiensten gut tut. Verrechnen lässt sich der Geist Gottes aber nicht. Das glauben und bekennen wir.

Lassen wir dagegen auf uns wirken, dass der Geist wirkt und rechnen wir mit ihm, dann werden wir erleben, dass es nichts bringt, zu sagen: Ab jetzt soll mich dieser Geist treiben.

Ob das passiert oder nicht passiert, das liegt nicht in unserer Hand, sondern das liegt in der Hand dessen, den wir den Heiligen Geist nennen, vielleicht auch den Tröster oder Erleuchter – den, der Licht ins Dunkel bringt. Auf jeden Fall das/der/die, was uns in Bewegung versetzt und uns be–geist–ert.

Dieser Geist macht uns zu Gottes Kindern, der uns lehrt, dass wir angewiesen und bedürftig sind und erst einmal uns beschenken lassen müssen.

Dennoch können wir uns diesem Geist verweigern und verhindern, dass er uns treibt und in Schwung bringt. Wie offen sind wir? Wie offen für Neues? Da gibt es bestimmt noch viel zu tun! Hoffentlich treibt uns dabei der Geist Gottes.

Enno Haaks

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