Windige Geschäfte?

© Abdulaziz Almansour (sxc.hu)Der Wind weht in der Landeskirche mal wieder von unten nach oben. Christen im Leipziger Land haben intern etwas Wind gemacht mit der Idee eines eigenen Windrades. Nun kämpfen sie mit den Windmühlen der obersten Verwaltung.

Doch wo Wind weht, wirken Kräfte, die genutzt werden sollten. Nicht nur in Form von Windenergie­anlagen, sondern auch in Form der Christen, die sich für das Windprojekt begeistern und seit einem Jahr eifrig vorarbeiten. Sie prüfen, wo sich auf Kirchenland Windräder eignen, in welcher rechtlichen Form Kirchgemeinden Windräder betreiben könnten, welche Finanzen zur Verfügung stehen und wie hoch das Risiko ist, mit Millionenbeträgen in Windkraft zu investieren.

Außerdem blicken sie auch auf die Nachbarn und ihre Erfahrungen: In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland werden in diesem Jahr eigene Windräder aufgebaut, in Thüringen werden über eine bayerische Firma schon seit Jahren Kirchenwindräder betrieben.

In Sachsen betritt die Landeskirche Neuland. Das muss sie auch, wenn sie die Forderung der Landessynode nach einem raschen Ausstieg aus der Braunkohle ernst nimmt. Energiesparen allein reicht nicht aus, wenngleich dort noch viel möglich ist.

Mit Solaranlagen haben viele Kirchgemeinden schon gute Erfahrungen gemacht und produzieren eigenen Strom. Windräder an geeigneten Stellen sind ein weiteres Zeichen dafür, dass Kirche ihrem Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung gerecht wird. Und sie könnten nebenbei helfen, manchen Gemeindehaushalt langfristig aufzubessern. Gut geplant ist es kein windiges Geschäft, sondern eine Investition in die Umwelt und die Kirche.


Uwe Naumann

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