Jetzt ist der Ernstfall

Andreas Roth moderiert die Podiumsdiskussionen des SONNTAG zur Debatte über homosexuelle Partnerschaften in Pfarrhäusern.

Andreas Roth moderiert die Podiumsdiskussionen des SONNTAG zur Debatte über homosexuelle Partnerschaften in Pfarrhäusern.

Toleranz? Ein Allerweltsbegriff. Nächstenliebe? Noch so ein Allerweltsbegriff. Klingt alles lieb, schön schwammig und furchtbar politisch korrekt. So korrekt, dass man ihn überflüssig nennen möchte. Jetzt macht die evangelische Kirche auch noch ein Themenjahr zur Toleranz. Muss das sein?

Es gibt für alles im Leben einen Ernstfall. Und der ist meistens gar nicht so lieb, schwammig und politisch korrekt. Der allerernsteste Ernstfall hat meist mit ganz nahen Menschen zu tun. Mit Geschwistern zum Beispiel, oder mit Glaubensgeschwistern.

Am vergangenen Donnerstag konnte man ihn erleben: Bei der Podiumsdiskussion des SONNTAG über die Stellung der Bibel zur gleichgeschlechtlichen Liebe und über die Stellung zur Bibel überhaupt.

Wie gesagt: Da waren Glaubensgeschwister unter sich. Und es schwebte ein klarer Grundton seitens der Gegner einer Öffnung für Homosexuelle durch die Chemnitzer Johanniskirche.

Etwas Glasklares. Hart wie Glas.

Ist diese Klarheit etwa nicht gut? Es geht schließlich um Gottes Wort, um letzte Wahrheit. Und da ist irgendwann das Sowohl-als-auch an seinem Ende. Das muss so sein. Doch das Herz muss nicht zu Ende sein, und die Liebe nicht.

In Chemnitz jedenfalls hatten Zwischentöne, nachdenkliche, fragende, demütige zumal, kaum eine Chance.

Eine ­feste Burg ist mein Glaube. Man muss sie verteidigen.

Ob da Gott noch Platz hat, der sich dem Propheten Elia als ein stiller, sanfter Windhauch zeigte? Der ohnmächtig und verspottet am Kreuz starb und als Heiliger Geist weht, wo und wie er will?

Jetzt ist der Ernstfall – nicht nur für Toleranz, nicht nur für Nächstenliebe.

Auch für den Glauben.

Andreas Roth

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