Anklage wegen Säureangriffs erhoben

Görlitz – Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat die Ermittlungen gegen eine Frau aus Oderwitz abgeschlossen und Anklage zur Großen Strafkammer am Landgericht Görlitz erhoben.
Der 44 – Jährigen wird vorgeworfen, sich am 19.11.2010 gegen 17 Uhr zum Wohnhaus der Geschädigten in Oderwitz begeben und diese beim Öffnen der Hauseingangstür unvermittelt mit einem Liter 96 %iger Schwefelsäure übergossen zu haben. Die Geschädigte erlitt schwere Verätzungen der Haut 2. bis 3. Grades insbesondere im Gesicht, am Hals und an den Armen. Sie wird wegen der davon herrührenden Narben dauerhaft entstellt bleiben.
Das Motiv der Tat ist einem Beziehungskonflikt zu suchen. Die Angeschuldigte  ist die ehemalige Freundin des jetzigen Partners der Geschädigten.
Zwar wurde das Ermittlungsverfahren unter dem rechtlichen Gesichtspunkt eines versuchten Mordes geführt. Nach der ermittelten Sachlage ist der Nachweis, die Täterin hätte mit ihrem Angriff auch den Tod des Opfers in Kauf genommen, nicht zu erbringen. Vielmehr ist nach Auffassung der Staatsanwaltschaft davon auszugehen, dass die Tat mit dem Ziel begangen wurde, die Geschädigte auf Dauer für ihren Partner unattraktiv zu machen.
Der Tatvorwurf lautet daher auf schwere Körperverletzung, die für den Fall einer absichtlichen Herbeiführung der Tatfolgen (hier: dauerhafte und erhebliche Entstellung) Freiheitsstrafe von drei bis zu 15 Jahren nach sich ziehen kann.