Den Blick der Barmherzigkeit einüben

wzw_04_2013

Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Daniel 9, Vers 18

Noch 70 Tage sind es bis Ostern. Die Epiphanias­zeit mit den Texten voller Licht liegt hinter uns. Jetzt richtet sich der Blick auf Jesu letzten Weg nach Jerusalem. Kein Weg des Erfolges nach menschlichem Maßstab. Den Weg der Gerechtigkeit hat man diesen genannt.

Doch was ist das für eine Gerechtigkeit? Denn mit Jesus wird ein Unschuldiger bestraft und ein Schuldiger freigesprochen? Bleibt da das Recht nicht auf der Strecke?

Nach unserem Verständnis von Recht und Gerechtigkeit mit Sicherheit. Aber Gott durchbricht unser Verständnis von Gerechtigkeit. Schon die Krippe führt das deutlich vor Augen. Und erst recht das Kreuz. Kreuz und Krippe sind aus dem gleichen Holz, denn in beiden wird die große Barmherzigkeit Gottes erkennbar. Seine Gerechtigkeit richtet auf und nicht zugrunde. Und er will uns in Krippe und Kreuz einen anderen Blick lehren – seinen Blick der Barmherzigkeit. Er lehrt uns, nicht auf unser Recht zu pochen, sondern auf seine Barmherzigkeit zu vertrauen.

Das Wort aus dem Bußgebet Daniels will uns auf diesen Weg führen. Dazu braucht es eine Haltung der Demut: Wir nehmen uns nicht so wichtig. Denn wir üben ein, was das Wichtigste, wer der Wichtigste ist. 70 Tage unterwegs, um das zu üben. Das ist eine Chance, die Gerechtigkeit Gottes als sein Geschenk anzunehmen. Und daraus Konsequenzen zu ziehen im eigenen Handeln. Es lenkt unseren Blick hin zu denen, die nicht im Licht stehen.

Das wäre es: den Blick der Barmherzigkeit täglich einzuüben und so seine Gerechtigkeit zu entdecken, die aufrichtet und den Menschen ins rechte Licht rückt.

Enno Haaks

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