Zerissenheit und Skepsis gehören zum Weg


Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.
Hebräer 3, Vers 15

Unruhe, innere Zerrissenheit, Bedrängnis und Feindschaft, wachsende Skepsis, innere Abwehr, wütende Auflehnung – so erging es manchem der Israeliten, als sie nach der grandiosen Rettung am Schilfmeer nun Tag für Tag durch die Wüste zogen. Mehr und mehr erschien der Weg als ziel- und heilloses Herumirren.

So erging es auch manchem später in der jüdischen Geschichte, im Exil oder im Land, in Konjuktur und Krise. So erging es Menschen im ersten Jahrhundert, die begeistert die Botschaft von Jesus von Nazareth gehört und große Erwartungen hatten. Doch Jahr um Jahr verging, Anfeindungen wuchsen, Unsicherheit und Unmut machten sich breit.

Johanna Fabel ist Studienleiterin für Reli­gionspädagogik Gymnasien, berufliche Schulen und Vikars­ausbildung am Theologisch-Pädagogischen Institut Moritzburg.  Foto: privat

Johanna Fabel ist Studienleiterin für Reli­gionspädagogik Gymnasien, berufliche Schulen und Vikars­ausbildung am Theologisch-Pädagogischen Institut Moritzburg. Foto: privat

So ergeht es heute manchem. Abgeklärt, bitter und frustriert machen wir »dicht«. Hoffnung erstarrt, wird verschoben auf ein fernes Nirgendwann.
Und genau dann heißt es in der Bibel: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.« Unruhe, innere Zerrissenheit, Bedrängnis und Feindschaft, wachsende Skepsis, innere Abwehr und wütende Auflehnung gehören zum Weg. Immer wieder neu. Das gelobte Land, der sichere Ort des Friedens und Ruhe steht noch aus.

Doch wenn ich mich heute nicht verschließe, wenn ich ruhig hören lerne, dann kann ich etwas entdecken, das über die sogenannte Realität hinausgeht. In den Worten derer, die von der Hoffnung erzählen, in der Ruhe eines Sonntagmorgens, in den kleinen Momenten des Friedens bekomme ich eine Vorahnung davon, dass seine Stimme sagt: Es gibt den sicheren Ort, an dem ich ohne Angst leben kann. Es gibt eine Ruhe und Geborgenheit, die ungebrochen ist. Hören wir heute auf seine Stimme!

Johanna Fabel

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