Betrüger unterwegs

Zschopau/Flöha – (SP) Gleich zweimal schlugen am Samstag Betrüger zu. Gegen 11.30 Uhr wurde bei der Polizei bekannt, dass bei einer 79-jährigen Zschopauerin eine Frau angerufen hatte und sich als ihre Tochter ausgegeben hat. Diese gab an, auf Grund eines verursachten Unfalls, finanzielle Hilfe zu benötigen. Danach schaltet sich ein russisch sprechender „Anwalt“ in das Gespräch ein und erzählte, dass auch ein Kind bei dem Unfall verletzt wurde und nunmehr 20.000 Euro benötigt werden. Die Seniorin gab an, nicht so viel Geld zu Hause zu haben. Offensichtlich genügte dem „Anwalt“ die Summe, von der die Frau sprach und schickte seinen „Sohn“ zum Abholen des Geldes auf den Neckarsulmer Ring vorbei. Dieser erschien noch während des Telefonats und holte einige tausend Euro ab.

Der zweite Fall ereignete sich gegen 16.15 Uhr. Hier wurde ein Ehepaar (Mann 68 Jahre, Frau 73 Jahre) aus Flöha angerufen. Eine männliche Stimme bat in russischer Sprache um Hilfe. Wieder schaltete sich ein „Rechtsanwalt“ in das Telefongespräch ein und berichtete, dass der Sohn des Ehepaares eine Treppe runtergefallen wäre und dabei ein Mädchen mitgerissen hätte. Dies wäre nun schwer verletzt und der Vater des Mädchens würde 20 000 Euro fordern. Nur wenn das Geld übergeben werde, dürfte der Sohn nach Hause gehen, ansonsten drohen ihm mehrere Jahre Gefängnis. Der Ehemann sagte daraufhin, dass nicht die ganze Summe sofort übergeben werden könnte. Auch hier reichte dem vermeintlichen Anwalt offenbar die angebotene Geldsumme und schickte den „Bruder“ des Mädchens bei dem Ehepaar auf der Ernst-Schneller-Straße vorbei. Als der „Bruder“ in der Wohnung erschien und mehrere tausend Euro bereits bekommen hatte, schwante dem 68-Jährigen, dass es sich um Betrug handeln könnte. Gemeinsam mit seiner Frau versuchten sie, den Geldabholer aufzuhalten. Allerdings konnte er sich losreißen und verschwand.