Havanna Zigarren

ZigarrenDie indigenen Völker Kubas genossen schon vor mehreren Hundert Jahren den edlen, einheimischen Tabak, den sie zu dicken Rollen formten – der heutigen Havanna Zigarre nicht unähnlich. Doch erst im 19. Jahrhundert begannen die Kubaner mit dem gezielten Anbau und einer professionellen Produktion der begehrten Zigarren. Bis heute entstehen die kostbaren Havanna Zigarren in Handarbeit, das milde Klima und der fruchtbare Boden sorgen dafür, dass die aromatischen Glimmstängel zu den besten Zigarren weltweit gehören.

Berühmte Zigarrenmarken entstehen
Die große Nachfrage führte dazu, dass Spanien sein Handelsmonopol aufhob und Havanna zu einem wichtigen Umschlagplatz im Tabak- und Zigarrenhandel wurde. Aus unzähligen, illegalen kleinen Produktionsstätten wurden anerkannte Manufakturen. Die Nachfrage war so groß, dass die Kubaner mit der Produktion kaum hinterher kamen, an allen Ecken und Enden mangelte es an Arbeitskräften, selbst die Insassen von Gefängnissen wurden zur Herstellung von Zigarren verpflichtet. Viele heute noch beliebte Marken entstanden zu dieser Zeit, wie beispielsweise die „Partagas“ und die „Hoyo de Monterrey“, wenig später die wunderbare „Romeo y Julieta“.

Innerhalb von nur 50 Jahren entstanden in Kuba über 1.000 Zigarrenmanufakturen, die Hälfte davon spezialisierte sich auf den Export. Nur 100 Jahre nach Aufhebung des Handelsmonopols gehörten die begehrten Zigarren zu Kubas wichtigsten Wirtschaftsgütern, die Tabakindustrie beschäftigte zigtausende Arbeitskräfte.

Die Marke „Montecristo“ ist das Produkt einer neu gegründeten Zigarrenfabrik Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Name ist typisch für diese Zeit, verfügten die meisten Zigarrenfabriken doch über Vorleser, die den Arbeitern populäre Literatur nahe brachten. Die Lesepulte fanden großen Beifall, sie wurden rasch zu viel genutzten Bühnen, die den einfachen Arbeitern Zugang zu intellektuellem Gedankengut und Literatur verschaffte. Weitere Marken mit prächtigen Namen entstanden: „Victor Hugo“, „La Tosca“,Shakespeare“.

Revolutionäre und Zigarren
Fidel Castro und Che Guevara waren beide leidenschaftliche Raucher, selten wurden sie ohne eine dicke Havanna im Mundwinkel gesehen. Auch sie profitierten vom „Geheimversteck“ der Havanna Zigarren: Schon zu früheren Zeiten fanden dringende Botschaften, in das Deckblatt eingerollt, ihren Weg. So kam auch Fidel Castro in den Tagen seiner Gefangenschaft an wertvolle Informationen seiner Genossen.

Fidel Castros politischer Plan, die Vielfalt der kubanischen Zigarren in einer einzigen Marke zu vereinen, konnte er glücklicherweise nie realisieren. Che Guevara hingegen gilt als Erfinder der besonders hochwertigen Zigarrenmarke: „Cohiba“. Er wollte eine revolutionäre Zigarre, die von besonderer Qualität und unvergesslich sein sollte, drei Regeln gewährleisten die Exklusivität der Marke: Nur die besten Zigarrenmacher arbeiten an dieser Marke, sie entsteht aus den allerbesten Blättern von zehn verschiedenen Plantagen und die Blätter durchlaufen drei Fermentierungen. Der Name „Cohiba“ bedeutet schlicht Zigarre, er stammt aus der Sprache der Ureinwohner, der Taino-Indianer.