Wieder geboren zur Verantwortung


Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder­geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrusbrief 1, Vers 3

Christian Mendt ist Pfarrer in der Lutherkirchgemeinde Radebeul. (Foto: Steffen Giersch)

Christian Mendt ist Pfarrer in der Lutherkirchgemeinde Radebeul. (Foto: Steffen Giersch)

Petrus erinnert an das Wichtigste des christlichen Glaubens: Gottes grenzenlose Barmherzigkeit. Sie gilt allen zu allen Zeiten. Sie macht uns zu Menschen, die wie »Neugeborene« jederzeit mit der Fürsorge Gottes rechnen können. Darum sind sie lebendige Hoffnung für die Welt.

Diese Botschaft ging immer dann verloren, wenn christlicher Glaube sich mit politischer Macht liierte.

Dann wurden Hexen verbrannt und Gläubige inquisitorisch zu Ketzern erklärt.

Dann führte man Kreuzzüge gegen Juden und Indianer und stanzte auf Koppelschlösser das »Gott mit uns!«

Dann kämpfte ein Christ wie Jefferson in Amerika für Demokratie und schrieb erstmalig Menschenrechte in die Verfassung der Vereinigten Staaten und hatte er dennoch kein Empfinden für die menschenverachtende Sklaverei.

Martin Luther King hielt sich am barmherzigen Gott fest und träumte, dass Weiße und Schwarze Brüder werden. Dieser Traum ist wahr geworden. Die Barmherzigkeit Gottes rückte zurecht, was Christen in Amerika verrückt hatten.

Genauso wie in Deutschland.

Wir könnten nicht leben, wenn nicht andere Länder nach dem letzten großen Krieg und vor der Friedlichen Revolution uns wie »Wiedergeborenen« eine Chance zum Neuanfang gegeben hätten. Mit Gorbatschow ging ein »Wiedergeborener« die Perestroika an. Und Deutschland wurde »wiedergeboren«. Soviel Kraft hat die Freiheit, die aus Gottes Barmherzigkeit wächst – die Kraft der Auferstehung nach Ostern bis heute und in alle Zukunft.

Christian Mendt

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]