Freie Schule, aber arm

AbacusDie Trägervielfalt der sächsischen Bildungslandschaft wird gern in den höchsten Tönen gelobt. Doch de facto hält der Freistaat Schulen freier Träger, darunter die evangelischen, in der Finanzausstattung seit Jahren kurz. Vertreter freier Schulen im sächsischen Landeselternrat kritisieren zu Recht die Methode, nach der die Zuschüsse berechnet werden. Das Gesetz erweckt den Eindruck, als stünden ihnen 80 bis 90 Prozent von dem zu, was für die Lehrer an öffentlichen Schulen ausgegeben wird, dazu Sachkosten.

Doch die Berechnungsgrundlage setzt der Freistaat an. Regelmäßig zu niedrig, monieren die Vertreter freier Schulen. Manche freie Grund- und Mittelschule muss mit halb so viel wie die öffentlichen Einrichtungen auskommen. Zudem ist der Zuschuss für Sachkosten auf dem Stand von 2007 eingefroren worden.

Mittlerweile hat das Kultusministerium diese Sachkosten prüfen lassen. Dafür war es höchste Zeit. Die entscheidende Frage ist nun: Was folgt daraus? Aus dem Hause von Brunhild Kurth (parteilos) dringen erste Signale, die Veränderungen ankündigen. Von einem »Dialog« mit den freien Schulträgern über die Zuschüsse bei den Sachkosten ist zu hören.

Auch Schulpolitiker in der CDU halten Nachbesserungen für nötig. Vielleicht kommen sie schon im Doppelhaushalt 2015/16. Die freien Träger, mit ihnen die evangelischen Schulen, sollten hier nicht lockerlassen. Denn bleiben sie weiter unterfinanziert, müssten sie die Elternbeiträge erhöhen. Was ihnen aber ihr christlicher Grundsatz verbietet, allen den Zugang zu ermöglichen, nicht nur den Kindern reicherer Eltern.

Tomas Gärtner

Mehr zum Thema im SONNTAG 20/2013, Seite 5.

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