Mehr als Kunst


In Dresden fühlt sich Stephan Lennig auf Anhieb wohl. Der neue Rektor der Kirchenmusik-Hochschule lebt für den Glauben. Und hofft auf bessere Arbeitsbedingungen für Kantoren.

Er ist der neue Mann an der Spitze der Kirchenmusik-Hochschule Dresden: Stephan Lennig (37). Der Chorsaal der Hochschule ist seine Wirkungsstätte als Professor für Chorleitung. Der aus Mainz kommende Kantor und Diplom-Chordirigent genießt es, an der Elbe entlang zur Arbeit zu fahren und mit hoch motivierten und ernsthaft glaubenden Studierenden zu arbeiten. (Foto: Steffen Giersch)

Er ist der neue Mann an der Spitze der Kirchenmusik-Hochschule Dresden: Stephan Lennig (37). Der Chorsaal der Hochschule ist seine Wirkungsstätte als Professor für Chorleitung. Der aus Mainz kommende Kantor und Diplom-Chordirigent genießt es, an der Elbe entlang zur Arbeit zu fahren und mit hoch motivierten und ernsthaft glaubenden Studierenden zu arbeiten. (Foto: Steffen Giersch)

Das Jahr 2013 wird Stephan Lennig wohl in Erinnerung bleiben. Es bringt große Veränderungen in sein Leben: Im März trat der aus Rheinhessen stammende 37-jährige Kirchenmusiker das Amt des Rektors der Hochschule für Kirchenmusik Dresden an. Er übernahm es von Christfried Brödel, der es nach über zwanzig Jahren altersbedingt abgab.

Aber auch im Privaten stehen große Ereignisse an: In vier Wochen soll Stephan Lennig ein zweites Kind geboren werden. »Ich freue mich sehr, nun mit meiner wachsenden Familie in dieser schönen Stadt zu leben«, sagt der zurückhaltende Professor. Dresden kannte er bisher nur von einem Kurzurlaub vor wenigen Jahren, als er mit seiner Frau dem Mainzer Karnevalstreiben entfloh.

Freilich ist Stephan Lennig, der bis vor kurzem Kirchenmusikdirektor in Mainz war, noch im Begriff anzukommen. Neben dem Rektorenamt hat er auch die Professur für Chorleitung übernommen. Dem Chor gilt seine Leidenschaft als Kirchenmusiker. »Ich habe große Freude am Leiten eines Chores, an der singenden Gemeinschaft ebenso wie an den geistlichen Chorwerken«, sagt Lennig, der Diplom-Chordirigent ist. So verwundert es wenig, dass er seine Frau in einem Kirchenchor kennenlernte, den er leitete.

Seit 2005 ist er verheiratet und vor zwei Jahren Vater einer Tochter geworden. Dass er nun nach zehn Jahren als Bezirks- und Dekanatskantor an die Kirchenmusik-Hochschule Dresden berufen wurde, überraschte ihn. »Ich hatte mir nur Außenseiter-Chancen ausgerechnet«, sagt er über seine Bewerbung. Doch im Laufe des Auswahlverfahrens mit Lehr- und Chorproben konnte er sich gegen sechs Mitbewerber durchsetzen. »Offenbar will man hier einen, dessen Herz ganz für den Beruf des Kantors schlägt«, sagt er. Kirchenmusik ist für ihn tatsächlich nicht nur Kunst, sondern vor allem Verkündigung.

Der Glaube ist die Mitte des Lebens von Stephan Lennig seit Kindertagen. »Christ zu sein, heißt für mich: Jeden Tag in der Beziehung mit Jesus Christus zu leben und ihm zu vertrauen«, bekennt der frischgebackene Rektor. Täglich nimmt er sich Zeit für Stille und Gebet. Dass er mit der Musik Gott ehren kann, macht ihn froh. »Es ist das große Vorrecht meines Berufs, dass ich meinen Glauben mit der Musik weitergeben kann.« Diese Freude am Kantordasein möchte er seinen Studierenden vermitteln.

Jedoch weiß er selbst, dass es mit der Stimmung unter Kirchenmusikern in Sachsen nicht zum Besten steht. Vor allem durch die prekären Teilzeitanstellungen sei der Kantorenberuf für viele nicht mehr attraktiv, klagt Lennig und erzählt, dass die Kantoren selbst kein positives Bild ihres Berufes mehr an den Nachwuchs vermitteln.

Von der Kirchenleitung fordert er deshalb 100-Prozent-Anstellungen für Kantoren. »Es ist besser, weniger Stellen zu haben, dafür aber Vollzeit-Stellen«, so Lennig. Schließlich soll es seinen Absolventen möglich sein, eine Familie zu ernähren.

Doch wenn er auf seine Studenten blickt, weicht der Pessimismus: »Hier studieren viele begabte junge Menschen, die mit großer Glaubensüberzeugung ihren Beruf anvisieren und in Sachsen bleiben möchten«, freut er sich. Ihnen möchte er von seiner Erfahrung möglichst viel weitergeben. Einen Wunsch aber teilt er mit ihnen: in Sachsen zu bleiben.

Stefan Seidel

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]

Mehr als Kunst


In Dresden fühlt sich Stephan Lennig auf Anhieb wohl. Der neue Rektor der Kirchenmusik-Hochschule lebt für den Glauben. Und hofft auf bessere Arbeitsbedingungen für Kantoren.

Er ist der neue Mann an der Spitze der Kirchenmusik-Hochschule Dresden: Stephan Lennig (37). Der Chorsaal der Hochschule ist seine Wirkungsstätte als Professor für Chorleitung. Der aus Mainz kommende Kantor und Diplom-Chordirigent genießt es, an der Elbe entlang zur Arbeit zu fahren und mit hoch motivierten und ernsthaft glaubenden Studierenden zu arbeiten. (Foto: Steffen Giersch)

Er ist der neue Mann an der Spitze der Kirchenmusik-Hochschule Dresden: Stephan Lennig (37). Der Chorsaal der Hochschule ist seine Wirkungsstätte als Professor für Chorleitung. Der aus Mainz kommende Kantor und Diplom-Chordirigent genießt es, an der Elbe entlang zur Arbeit zu fahren und mit hoch motivierten und ernsthaft glaubenden Studierenden zu arbeiten. (Foto: Steffen Giersch)

Das Jahr 2013 wird Stephan Lennig wohl in Erinnerung bleiben. Es bringt große Veränderungen in sein Leben: Im März trat der aus Rheinhessen stammende 37-jährige Kirchenmusiker das Amt des Rektors der Hochschule für Kirchenmusik Dresden an. Er übernahm es von Christfried Brödel, der es nach über zwanzig Jahren altersbedingt abgab.

Aber auch im Privaten stehen große Ereignisse an: In vier Wochen soll Stephan Lennig ein zweites Kind geboren werden. »Ich freue mich sehr, nun mit meiner wachsenden Familie in dieser schönen Stadt zu leben«, sagt der zurückhaltende Professor. Dresden kannte er bisher nur von einem Kurzurlaub vor wenigen Jahren, als er mit seiner Frau dem Mainzer Karnevalstreiben entfloh.

Freilich ist Stephan Lennig, der bis vor kurzem Kirchenmusikdirektor in Mainz war, noch im Begriff anzukommen. Neben dem Rektorenamt hat er auch die Professur für Chorleitung übernommen. Dem Chor gilt seine Leidenschaft als Kirchenmusiker. »Ich habe große Freude am Leiten eines Chores, an der singenden Gemeinschaft ebenso wie an den geistlichen Chorwerken«, sagt Lennig, der Diplom-Chordirigent ist. So verwundert es wenig, dass er seine Frau in einem Kirchenchor kennenlernte, den er leitete.

Seit 2005 ist er verheiratet und vor zwei Jahren Vater einer Tochter geworden. Dass er nun nach zehn Jahren als Bezirks- und Dekanatskantor an die Kirchenmusik-Hochschule Dresden berufen wurde, überraschte ihn. »Ich hatte mir nur Außenseiter-Chancen ausgerechnet«, sagt er über seine Bewerbung. Doch im Laufe des Auswahlverfahrens mit Lehr- und Chorproben konnte er sich gegen sechs Mitbewerber durchsetzen. »Offenbar will man hier einen, dessen Herz ganz für den Beruf des Kantors schlägt«, sagt er. Kirchenmusik ist für ihn tatsächlich nicht nur Kunst, sondern vor allem Verkündigung.

Der Glaube ist die Mitte des Lebens von Stephan Lennig seit Kindertagen. »Christ zu sein, heißt für mich: Jeden Tag in der Beziehung mit Jesus Christus zu leben und ihm zu vertrauen«, bekennt der frischgebackene Rektor. Täglich nimmt er sich Zeit für Stille und Gebet. Dass er mit der Musik Gott ehren kann, macht ihn froh. »Es ist das große Vorrecht meines Berufs, dass ich meinen Glauben mit der Musik weitergeben kann.« Diese Freude am Kantordasein möchte er seinen Studierenden vermitteln.

Jedoch weiß er selbst, dass es mit der Stimmung unter Kirchenmusikern in Sachsen nicht zum Besten steht. Vor allem durch die prekären Teilzeitanstellungen sei der Kantorenberuf für viele nicht mehr attraktiv, klagt Lennig und erzählt, dass die Kantoren selbst kein positives Bild ihres Berufes mehr an den Nachwuchs vermitteln.

Von der Kirchenleitung fordert er deshalb 100-Prozent-Anstellungen für Kantoren. »Es ist besser, weniger Stellen zu haben, dafür aber Vollzeit-Stellen«, so Lennig. Schließlich soll es seinen Absolventen möglich sein, eine Familie zu ernähren.

Doch wenn er auf seine Studenten blickt, weicht der Pessimismus: »Hier studieren viele begabte junge Menschen, die mit großer Glaubensüberzeugung ihren Beruf anvisieren und in Sachsen bleiben möchten«, freut er sich. Ihnen möchte er von seiner Erfahrung möglichst viel weitergeben. Einen Wunsch aber teilt er mit ihnen: in Sachsen zu bleiben.

Stefan Seidel

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