Hochwasser in Sachsen: Jetzt ist nicht die Zeit für Schuldzuweisungen und Aktionismus

Dresden/Chemnitz. Der Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Volkmar Zschocke reagiert auf die Diskussion über die Mitschuld von Naturschützern an den derzeitigen Überschwemmungen:
"In Zeiten in denen Menschen um ihr Hab und Gut kämpfen, ist es fahrlässig mit den Fingern auf andere zu zeigen. Die Forderungen nach weniger Bürgerbeteiligung bei Baumaßnahmen klingen nach billigem Aktionismus, während anderswo noch Sandsäcke befüllt werden."
Ministerpräsident Tillich hat eine Bundesratsinitiative angekündigt, die Individualrechte zugunsten von Gemeinschaftsrechten einschränken soll. Zschocke befürchtet das solche Ankündigungen jetzt unnötig Schuldzuweisungen provozieren:
"Die Schuld darf jetzt nicht bei jenen gesucht werden, die vor immer stärkerem Kanalisieren der Flüsse warnen. Bauliche Schutzmaßnahmen an den Flüssen sind nötig. Es hilft aber nicht, das Korsett aus Deichen und Dämmen immer höher zu bauen. Hochwasserschutz muss auf der gesamten Fläche erfolgen: Entsiegelung, ein flächendeckendes System von natürlicher Regenrückhaltung und großräumige Überschwemmungsflächen im gesamten unbebauten Bereichen der Fluss- und Bachauen. Da ist in den letzten zehn Jahren einfach viel zu wenig passiert."
Der GRÜNEN-Vorsitzende verweist darauf, dass nach dem Hochwasser 2002 49 Deichrückverlegungen mit 7.500 Hektar in Sachsen geplant wurden. Den Flüssen sollte mehr Raum gegeben werden. Bisher seien nach Regierungsangaben aber nur zwei kleinere  Maßnahmen mit zusammen 111 Hektar umgesetzt worden. Dagegen würden in Sachsen täglich 2 Hektar zusätzlich versiegelt.
"Die Antwort auf Verzögerungen beim Hochwasserschutz heißt ernsthafte Bürgerbeteiligung. So können Klagen vermieden werden. Hierfür tragen Kommunen, Landkreise und Freistaat gemeinsam Verantwortung", so Zschocke abschließend.
Pressemitteilung 2013-44 vom 6. Juni 2013

Den ganzen Beitrag lesen auf: Grüne Sachsen News