Ein Klima des Vertrauens schaffen

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Lebt als Kinder des Lichts;
die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5, Verse 8 und 9

Herz der Finsternis« heißt eine berühmte Erzählung, die Josef Conrad 1899 schrieb und die die Praxis und Wirkung der Kolonialpolitik auf Betroffene und Ausführende kolonialer Macht kritisch beleuchtet. Sehr kurz gesagt, stellt dieser Text, der Weltruhm erhielt, das Leben der Menschen als einen aussichtslosen Kampf dar. Seine Protagonisten fühlen sich trotz ihres Willens, gegen dunkle Geschehnisse zum Beispiel auf den Weltmeeren anzukämpfen – den finsteren Schrecknissen ausgeliefert, an denen sie letztlich zugrunde gehen.

Wenn ich heute, 114 Jahre nach Josef Conrads literarischem Text, genau hinschaue, wovon ich umgeben bin, kann der pessimistische Eindruck bleiben, dass die Finsternis in Köpfen und Herzen mehr Raum einnimmt als das Licht der Erkenntnis und der Liebe. Licht muss leuchten, kann Menschen erleuchten. Aber kann es Früchte bringen wie ein Baum – gar noch Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit?

Nachts brennt in Geschäftsräumen Licht, damit man von außen sehen kann, wenn jemand einbricht. Da, wo es hell ist, lässt sich nicht so leicht etwas verbergen. Eine geduldige Antwort kann dem schlecht gelaunten Kollegen den Wind aus den Segeln nehmen. Die Stellungnahme im Elternabend kann andere ermutigen, auch ihre Meinung zu sagen. Das Eingestehen eines Fehlers kann ein Klima des Vertrauens schaffen. Ein Leben in Transparenz ist immer das Ergebnis eines inneren Wachstumsprozesses. Ihm geht die Entscheidung voraus, ehrlich zu den eigenen Erkenntnissen und Überzeugungen zu stehen, ungeachtet der gerade gängigen Meinung der Masse. So zu leben, muss immer eingeübt werden.

Dass ein »Herz des Lichts« Strahlkraft hat, sollen und werden wir erleben.

Caritas Führer

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