Bitte nicht abschneiden! – GRÜNE wollen Ausstieg aus der Schnabelamputation bei Legehennen vorantreiben

Dresden. Was in Ländern wie Österreich, Schweden, Norwegen und Finnland bereits abgeschafft wurde, ist in Deutschland noch weithin Praxis: Küken werden bei vollem Bewusstsein die äußerst empfindsame Schnabelspitzen abgetrennt. Der Stumpf verursacht quälende Schmerzen, Tastsinn und Gefiederpflege werden dadurch stark eingeschränkt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen fordern jetzt von der Staatsregierung einen Plan zum Ausstieg aus der Praxis der Schnabelamputation. Landesvorsitzender Volkmar Zschocke: "Zunächst muss der Ist-Zustand in den sächsischen Betrieben erhoben werden. Dann sollten Pilotbetriebe beim Ausstieg unterstützt werden, um den Nachweis zu führen, dass mit veränderten Haltungsbedingungen wirtschaftliche Verluste durch Federpicken und Kannibalismus vermieden werden können. Mit Anreizen und Überzeugungsarbeit kann dann der vollständige Ausstieg aus der Schnabelamputation eingeleitet werden."

Die Schnabelkürzung erfolgt, um wirtschaftliche Schäden durch Federpicken und Kannibalismus unter den in enger Bodenhaltung lebenden Legehennen zu vermeiden. In Sachsen gibt es 3,6 Millionen Legehennenplätze, davon über 80 Prozent in Bodenhaltung.

Zschocke setzt bei dem Vorschlag auf die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Züchtern, Eierproduzenten sowie Tierschutzorganisationen, Lebensmitteleinzelhandel und Wissenschaft: "Es reicht nicht aus, wenn Legehennenbetriebe nur kritisiert werden. Der Ausstieg gelingt, wenn der Verzicht auf das Schnabelkürzen breit getragen wird. Sachsen sollte dafür den Weg ebnen und dem Vorbild Niedersachsens folgen. Dort wurde der Ausstieg bereits eingeleitet."

Zschocke fordert die Staatsregierung deswegen auf, die für dieses Jahr von Niedersachsen angekündigte Bundesratsinitiative für das Ende des routinemäßigen Schnabelkürzens zu unterstützen.

***
Initiative des Bundeslandes Niedersachsen

Pressemitteilung 2013-53 vom 22.07.2013

Den ganzen Beitrag lesen auf: Grüne Sachsen News