Was hat Luther gegessen?

Sie haben die Ausstellung erarbeitet: Bezirkskatecheten und Gemeindepädagogen aus den Kirchenbezirken Leipziger Land und Leisnig-Oschatz. Zum ersten Mal zu sehen ist sie beim Lutherfest in Borna. (Foto: Uwe Naumann)

Sie haben die Ausstellung erarbeitet: Bezirkskatecheten und Gemeindepädagogen aus den Kirchenbezirken Leipziger Land und Leisnig-Oschatz. Zum ersten Mal zu sehen ist sie beim Lutherfest in Borna. (Foto: Uwe Naumann)

Die Ausstellung »Mensch Martin – Hut ab!« zeigt den Alltag zu Luthers Zeiten.
 

Über die besonderen Leistungen des Reformators Martin Luther ist viel bekannt. Doch wie sah sein Alltag vor etwa 500 Jahren aus: Was hat er eigentlich gegessen? Welche Kleidung hat er getragen? Und mit welchem Stift hat er die Bibel übersetzt? Gemeindepädagogen und die zwei Bezirkskatechetinnen aus den Kirchenbezirken Leipziger Land und Leisnig-Oschatz haben dazu eine interaktive Ausstellung erarbeitet. Beim Lutherfest in Borna ist Premiere.

Mit acht Stationen aus dem Leben des Reformators soll vor allem für Familien mit Kindern und für Schüler die Wirklichkeit am Ende des Mittelalters dargestellt werden. Am Beginn der Ausstellung steht ein Glücksrad, mit dem eine der Stationen Luthers auf dem Weg »Von der Windel bis zur Kutte« ausgewählt werden kann. Dole Dora ist Maskottchen der Ausstellung und begleitet die Kinder von Station zu Station, denn sie ist überall zu finden und auch in Form einer Handpuppe als wissbegieriger Begleiter dabei. Dann gibt es verschiedene Kostüme anzuprobieren, von der Bauerntracht bis zum Umhang eines Edelmanns. Auf die Gäste warten ein mittelalterlich gedeckter Tisch mit dem Geschirr der damaligen Zeit sowie kleine Säckchen zum Riechen der damals verwendeten Kräuter.

Katharina von Bora, die Frau Martin Luthers, habe ständig etwa 40 Leute verköstigen müssen, erzählt Silvana Elbel-Ochocki. Die Gemeindepädagogin aus Zschoppach war bei der Vorbereitung der Ausstellung überrascht, dass Luthers Frau die Familie versorgt, Land gekauft und Felder bewirtschaftet hat. »Sie hatte das meiste Land in Wittenberg«, sagt Elbel-Ochocki.

Eine andere Station ist die Schreibstube, wo die Besucher testen können, wie es sich mit einem Federkiel schrei­ben lässt. Daneben macht ein achtminütiges Hörspiel deutlich, wie Luther auf die Wartburg kam. Und nach einem Puzzle und einem Memory, die für Kurzweil sorgen, veranschaulicht die letzte Station die geistigen Früchte der Reformation. »Luther hat uns Zuversicht im Glauben gelehrt«, sagt dazu der ehemalige Kamenzer Bezirkskatechet Siegfried Bretsch. »Glauben erfahren und leben, Gott loben und für das Leben lernen«, fasst der 66-Jährige den Inhalt seiner Station zusammen. Bretsch hat seit seinem Ruhestand und Umzug in die Nähe von Leisnig an dieser Ausstellung mitgearbeitet, die es übrigens in doppelter Ausführung gibt: für jeden der benachbarten Kirchenbezirke eine eigene.

Uwe Naumann

Borna: Eröffnung am 30. August, 18 Uhr in der Stadtkirche St. Marien; geöffnet bis 30. September täglich von 10 bis 18 Uhr.
Leisnig: Eröffnung am 27. September, 15.30 Uhr im Stadtgut Leisnig.

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