Weniger Kirche beim Sachsentag


In einer Woche ist Schwarzenberg Gastgeber des 22. Tages der Sachsen. Über Kirche beim Tag der Sachsen sprach Christine Reuther mit Joachim Wilzki, der als Beauftragter der Landeskirche die Vorbereitungen der Kirchenmeile jährlich begleitet.

Joachim Wilzki ist Leiter der Ehrenamtsakademie der Landeskirche.

Joachim Wilzki ist Leiter der Ehrenamtsakademie der Landeskirche.

Herr Wilzki, Sie begleiten die Beteiligung der Landeskirche beim Tag der Sachsen seit vielen Jahren. Warum sollte Kirche bei einem solchen Volksfest dabei sein?
Wilzki: Weil wir selber etwas zu feiern haben: unsere Freude am Glauben. Die können wir einbringen. Wenn wir den Anspruch haben, Kirche in der Mitte der Gesellschaft zu sein, haben wir den Auftrag dazu. Wir können dort Menschen erreichen, die sonst nicht mit Kirche in Kontakt kommen. Wir können dort Menschen erleben, die auf Geselligkeit und Volksfeststimmung wert legen – ein Milieu, das uns eher fremd ist. Das ist etwas anderes als bei einem Kirchentag.

Was ist Ihre Erfahrung: Rückt die Kirche durch ihre Beteiligung mehr ins Bewusstsein der Menschen?
Wilzki: Was mir auffällt ist, dass die Stadt meist die Menschen, die die Kirchenmeile vorbereiten, als kompetente Partner wahrnimmt. Das andere ist der Überraschungseffekt, wenn sich Besucher zufällig auf die Kirchenmeile verirren. Das gibt es aber auch, dass man hört: »Das Gospelkonzert ist ja bei der Kirche, da gehen wir nicht hin.«
Insgesamt habe ich schon den Eindruck, dass Kirche mit einem für viele überraschenden Angebot da ist. Wir erleben aber auch, dass die Kirchen der Stadt Anziehungspunkte sind. Die Menschen wissen sich dann auch zu verhalten, wissen, dass man da nicht mit Bierglas und Bratwurst reingeht. Es hat bei vielen mit einem Moment der Stille zu tun – da kommen meist Hunderte pro Tag, die diese Möglichkeit nutzen oder sich die Musik anhören.

Wie haben Sie die Beiträge auf den Kirchenmeilen der vergangenen Jahre erlebt?

Wilzki: Mit den Jahren ist das Bewusstsein gewachsen: Aktion kommt vor Information. Es geht nicht um die Weitergabe von Flyern. Aber die angebotenen Aktionen sollen deutlich machen, dass die Menschen hier Christen sind.
Zum Zweiten nehme ich wahr, dass die Möglichkeiten, sich zu engagieren, von Kirchgemeinden und Einrichtungen der Landeskirche stark abgenommen haben. Da merkt man, dass wir weniger Mitarbeiter geworden sind und jede Einrichtung überlegt: Müssen wir uns da engagieren? Gemeinden finden es oft sinnvoller, sich beim örtlichen Stadt- oder Parkfest einzubringen.
Und wir merken, dass freie Gemeinden stärker die Initiative ergreifen, weil sie an anderen Stellen nicht so gefragt sind. Da muss die Kirchenmeile sehen, dass sie auch weiterhin die Bandbreite von Kirche abdeckt. Da ist Ökumene sehr gefragt.

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