Erntedank trotz Flut


Das 16. Sächsische Landesernte­dankfest steht vom 20. bis 22. September in Delitzsch unter dem Leitwort »Fundamente des Lebens«. Pfarrer Stephan Pecusa von der Kirchgemeinde Delitzsch erklärt, wie die örtlichen Kirchgemeinden in die Vorbereitungen eingebunden sind.

Pfarrer Stephan Pecusa hat mit seiner Delitzscher Kirchgemeinde das Landeserntedankfest mit vorbereitet.

Pfarrer Stephan Pecusa hat mit seiner Delitzscher Kirchgemeinde das Landeserntedankfest mit vorbereitet.

Herr Pfarrer Pecusa, Erntedank wird seit Jahrhunderten nach dem Einbringen der Ernte gefeiert. Welche Gedanken verbinden Sie in diesem Jahr mit dem Erntedank?
Pecusa: Ganz verschiedene Gedanken kommen mir: Als erstes die Flut, die so viele Schäden hinterlassen hat. Die Freude über den Reichtum der Natur durchzieht mich, auch der Dank für die Mühe der Bauern unter oft schweren Bedingungen. Und viel Sorge ist auch in mir über krank machende industriell produzierte Lebensmittel, über die Zerstörung, die wir in der Natur anrichten, über unseren unwürdigen Umgang mit Tieren und das Desinteresse vieler Mitbürger an dem, was uns ureigenst angeht.

Was haben die Delitzscher Kirchgemeinden für das Landeserntedankfest vorbereitet?
Pecusa: Seit einem Jahr bereiten wir das Fest mit vor. Eine Nacht der Kirchen erwartet am 21. September von 20 Uhr bis Mitternacht die Besucher. Mittägliche musikalische Andachten laden zur Besinnung. Jeder Abend wird von einer Gemeinde der verschiedenen Kirchen in Delitzsch gestaltet. Ganz unterschiedliche Musik wird zu hören sein, auch besinnliche und bedenkenswerte Worte sollen die Gäste erreichen. Alle Christen aus Delitzsch feiern zum ersten Mal gemeinsam einen Gottesdienst in der Stadtkirche. Auch wollen wir erstmals eine Andacht mit allen Kindern der Kindertagesstätten in Delitzsch gestalten, worauf ich sehr gespannt bin.

Gibt es noch mehr Angebote im Rahmen des Landeserntedankfestes?
Pecusa: Bereits ab 12. September gibt es in der Stadtkirche St. Peter und Paul täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr Führungen durch die spätgotische Kirche und die hier zu sehende Ausstellung zum Wettbewerb »Schönste Erntekrone und schönster Erntekranz Sachsens 2013« der Landfrauen des Freistaates. Mit zwei Ständen präsentieren sich Gemeinden und Werke der Kirchen den Interessierten. Wir hoffen auf viele Gespräche und Anregungen, so zum Beispiel durch den Ökumenischen Hospizdienst, das Frühstückstreffen für Frauen und den Orgelbauverein der katholischen Gemeinde. Und es wird die originalen Kirchturm-Hallorenkugeln geben, eine Spendenaktion für die im Bau befindliche Stadtkirche.

Das Dankopfer des ökumenischen Erntedankfestgottesdienstes, der am Festsonntag um 9.30 Uhr in der Stadtkirche St. Peter und Paul stattfindet, wird einem wohltätigem Zweck gespendet. An wen geht es?
Pecusa: Die Kollekte ist für die Aktion »Brot für die Welt« bestimmt, die essbaren Gaben für die »Tafel« in Delitzsch und die Pflegeheime.

Die Fragen stellte Dirk Raffe

Das Programm zum 16. Sächsischen Landeserntedankfest unter slk-miltitz.de

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]