Staatsregierung muss Expansion von niederländischem Schweinezuchtkonzern in Sachsen stoppen

Dresden. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen fordern die Staatsregierung auf, die sächsischen Expansionsvorhaben des niederländischen Schweinekonzerns "Straathof" zu stoppen. Die zum Konzern gehörenden Tochterunternehmen seien wiederholt mit umfangreichen und gravierenden Verstößen gegen rechtliche Bestimmungen aufgefallen.
"Unsere Forderung begründen wir mit den bekannt gewordenen Praktiken des Konzerns in Bezug auf ungenehmigte Schwarzbauten, massive Anlagenüberbelegungen und Verstöße gegen den Tierschutz", so Volkmar Zschocke, Landesvorsitzender der sächsischen GRÜNEN.
Die Straathof Holding GmbH will ihre Schweinezuchtanlagen in Thierbach (Vogtland) und im Bad Dübener Stadtteil Wellaune (Nordsachsen) massiv auf weit über 70.000 Zuchtplätze ausweiten. Das Vorhaben in Wellaune grenzt unmittelbar an ein Naturschutzgebiet der Muldenaue.
Die augenscheinlichen Zustände in den bereits bestehenden Anlagen von Straathof in Sachsen legen für Zschocke den Verdacht von Verstößen gegen das Tierschutz- und Umweltrecht nahe:
"Ich habe gesehen, wie in der Sauenhaltungsanlage in Thierbach verendete Ferkel unter freiem Himmel lagerten und aus den Stallgebäuden ungehindert Gülle austritt. Krankheitserreger könnten so ohne Weiteres in den Boden sickern oder sich über die Luft ausbreiten."
Wegen dieser Zustände hat Volkmar Zschocke Strafanzeige wegen des Verdachts von Umweltstraftaten und Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gestellt.
Unterlagen der Landesregierung in Sachsen Anhalt belegen, dass die zur Straathof Holding GmbH gehörenden Tochterunternehmen wiederholt mit umfangreichen und gravierende Verstößen gegen rechtliche, insbesondere tierschutzrechtliche Bestimmungen aufgefallen sind.
"Bei dieser Vorgeschichte muss sich Landwirtschaftsminister Frank Kupfer fragen lassen, welche Schlussfolgerungen er aus den Problemen mit dem niederländischen Schweinezüchter im benachbarten Bundesland zieht. Ist er gewillt und entschlossen, derart rechtswidrigem Vorgehen von Straathof in Sachsen vorzubeugen? Die Expansion agrarindustrieller Strukturen vernichtet den bäuerlichen Mittelstand. Statt verantwortlich handelnder Familienunternehmen gibt es in wenigen Jahren nur noch wenige, ausschließlich profitorientierte Agrarkonzerne, wenn Sachsen diese Entwicklung nicht stoppt", warnt Zschocke vor den Folgen gerade im ländlichen Raum.
Straathof zahlte in den letzten drei Jahren lieber Buß- und Zwangsgelder von fast 600.000 Euro als an der Tierhaltung oder der illegalen Errichtung und Nutzung von Stallanlagen etwas zu ändern. Weitere Geldstrafen in Höhen von über 1,2 Millionen Euro wurden von den Behörden in Sachsen-Anhalt bereits gegen den Konzern verhängt.
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Hintergrundinformationen:

Buß- und Zwangsgelder gegen Straathof Holding GmbH in Sachsen-Anhalt: http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/intra/landtag3/ltpapier/drs/6/d2334gak_6.pdf

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