Gegen Zahnfleischentzündungen und Parodontose vorbeugen

Der Besuch beim Zahnarzt gehört für die meisten Deutschen zu einem unangenehmen Pflichttermin. Zwei Mal im Jahr eine Routineuntersuchung hinter sich zu bringen, ist nicht schwer, jedoch fällt es Vielen anfangs schwer den Arzt aufzusuchen, wenn ein Zahnleiden fortgeschritten ist. Dabei gehören Zahnfleischentzündungen und Parodontose neben Karies mittlerweile zu den häufigsten Krankheiten der Mundhöhle.

Dass eine einfache Reinigung mit Handzahnbürste und Spülung nicht mehr ausreicht, um über Jahre hinweg eine Mundhygiene in einem gesunden Maße aufrecht zu erhalten, wissen mittlerweile die meisten Menschen — vor allem solche, die wegen Beschwerden, die mit der Zahnreinigung zusammenhängen, regelmäßige Zahnarztpatienten sind. Eine elektrische Zahnbürste, Zahnseide/ Zahnzwischenraumbürstchen und Zungenkratzer sollte deshalb jeder besitzen, der seine Zähne gepflegt erhalten möchte. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass das bis ins hohe Alter möglich ist: Zwei Drittel der Bevölkerung trägt das Risiko einer Parodontitis (umgangssprachlich: Parodontose) in sich, ihr Fortschritt ist sowohl vom Immunsystem als auch von der Mundhygiene des Erkrankten abhängig. Gefährdet ist also nicht nur der Zahnschmelz. In unseren Mundhöhlen wimmelt es nur so von Bakterien, die sich am wohlsten auf unserer Zunge, in den Zahnzwischenräumen und vor allem am Zahnfleisch wohl fühlen: „Mehr als 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung zeigen Symptome einer Zahnfleischentzündung“, schreibt Simon Korn für NetDoktor.

Entzündungen und Blutungen, schließlich Parodontitis
Ist die äußere Schutzschicht des Zahnfleisches beschädigt, haben die Mikroorganismen freie Bahn, vor allem dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist: Die Stoffe, die die Bakterien ausscheiden, zersetzen das Gewebe um sie herum. Vom Gewebe kann diese Entzündung auf den Knochen übergreifen. Im Extremfall ist sogar mit Zahnverlust zu rechnen. Was Viele nicht wissen: auch das Rauchen trägt dazu bei, denn durch das Nikotin verengen sich die Blutgefäße des Zahnfleisches, was zu einer Durchblutungsstörung führt. Bakterien können so nicht mehr wegtransportiert werden, und das „begünstigt eine Parodontitis“, so Johannes Einwag, Direktor des Zahnmedizinischen Fortbildungszentrums Stuttgart gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Mit Blutungen beim Zähneputzen fängt es zumeist an. Wenn eine Entzündung entstanden ist oder gar schon eine Zahnfleischablösung voranschreitet, ist ein Besuch beim Zahnarzt längst überfällig — und die letzte Lösung. Dann müssen nämlich die Zahnfleischtaschen professionell gereinigt werden. Diese Behandlung müssen Parodontitis-Patienten, je nach Fortschreiten, alle drei bis vier Monate durchführen lassen, und das sogar ihr Leben lang. Denn ist das Gewebe einmal stark beschädigt, kann es nicht mehr nachwachsen.