Immer mehr Menschen vergleichen Strompreise

Dass es sich lohnen kann, den Stromanbieter zu wechseln, wird in vielen Medien suggeriert. Nun beweist eine Studie, dass tatsächlich immer mehr Verbraucher diese Option nutzen.

17 Prozent wechselten bereits

Knapp zwei Millionen Kunden haben im vergangenen Jahr Preise auf Seiten wie Verbrauchermax.de verglichen und den Stromanbieter gewechselt. Dieser Fakt lässt natürlich auch die Energiemärkte in Deutschland nicht kalt. Noch vor einigen Jahren hätten Verbraucher einen Anstieg der Strompreise einfach akzeptiert – doch heutzutage bietet das Internet die Möglichkeit, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Und so kontern Menschen immer wieder mit einem Anbieterwechsel. Internetportale sorgen dafür, dass immer mehr Verträge gekündigt werden. Die Zahlen der Wechselstudie belegen, dass es heutzutage deutlich öfter dazu kommt als jemals zuvor. Anfang dieses Jahres waren die Preissteigerungen von rund 12 Prozent deutlich zu spüren, sodass fast jeder zweite Kunde anschließend den Anbieter wechselte. Diese Entwicklung ist ein wichtiger Impuls für die liberalisierten Energiemärkte in Deutschland. Trotz der Apelle seitens der Bundesnetzagentur und Verbraucherverbände, die Preise zu vergleichen, beziehen aber noch rund 18 Millionen Haushalte ihren Strom aus dem Grundversorgungstarif ihres örtlichen Anbieters. Das bedeutet also, dass bis jetzt lediglich 17 Prozent der Verbraucher zu den echten Wechslern gehören, die ihren Lieferanten den Rücken zukehrten.

Was der Preiskampf mit sich bringt

Durch den Anstieg der Wechsel liefern sich die Energieversorger Deutschlands einen echten Preiskampf. So ist es ersichtlich, dass der Wettbewerb seit der Strommarktliberalisierung im Jahre 1998 Jahr für Jahr härter wird. Während sich die Verbraucher Deutschlands vor einigen Jahren unter den großen Stromanbietern teilten, ist der Kundenstamm heute in einer völlig anderen Lage. Allein 2011 gab es 50 verschiedene Stromanbieter – doppelt so viele wie 2009. Dazu kommen immer mehr Tochtergesellschaften, sodass die Zahl auf knapp 800 Unternehmen auf dem Deutschen Markt geschätzt wird. Die etablierten Energieversorger haben also mit einem enormen Kundenschwund und damit auch mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Und so versuchen sie immer wieder, neue Kunden anzulocken. Deshalb sollte man nicht auf Lockangebote wie Neukunden- oder Treueprämien oder auf Mindestvertragslaufzeiten sowie Preisgarantien hören, sondern auf die tatsächlichen Kosten achten. Immer mehr Menschen wollen inzwischen nicht nur den günstigeren Anbieter, sondern vor allem ein vertrauenswürdiges Dienstleistungsunternehmen. Nur so kann man seine Kunden dauerhaft an sich binden.

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