Evangelisation als Lebensstil


Der Auer Jugendpfarrer Johannes Bartels wird neuer Jugendevangelist der Landeskirche.

Der promovierte Theologe Johannes Bartels stammt aus Siegen und war bisher Jugendpfarrer in Aue.

Der promovierte Theologe Johannes Bartels stammt aus Siegen und war bisher Jugendpfarrer in Aue.

Evangelisation ist für Johannes Bartels eine Herzensangelegenheit. »Ich möchte die Gute Nachricht kommunizieren, also die Botschaft, dass Gott uns in Jesus Christus entgegen kommt, und dass alle Menschen eingeladen sind in seine neue Welt«, sagt der Jugendpfarrer des Kirchenbezirks Aue. Bei Jugendwochen, Glaubenskursen und offenen Abenden hat er das bisher im Erzgebirge unter Beweis gestellt. Ab Februar wird er der Jugendevangelist für die gesamte Landeskirche sein.

Dann beginnt er diese Arbeit als Mitarbeiter des Landesjugendpfarramtes – und als Nachfolger von Lutz Scheufler. Dieser war im Juni 2012 aus diesem Dienst entlassen worden wegen seiner Haltung zum Beschluss der Kirchenleitung über homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus. Er hatte dabei erklärt, den Landesbischof und die Kirchenleitung nicht mehr als geistige Leitung anzuerkennen.

Johannes Bartels hat diesen Konflikt nicht. »Ich respektiere die Entscheidung der sächsischen Landessynode, und halte sie für weise. Im Übrigen denke ich, es wird Zeit, dass wir uns in Sachsen wieder anderen Themen widmen«, sagt er. Im Übrigen halte er es mit Papst Franziskus, der gesagt habe: »Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist – wer bin ich, dass ich über sie urteile?«

Für seine Arbeit als Jugendevangelist ist es ihm wichtig, in der Evangelischen Jugend einen evangelistischen Lebensstil einzuüben und zu pflegen. Dabei will er die jeweilige Situation im Blick behalten. »Evangelisation wird in Leipzig oder im Leipziger Land vermutlich anders aussehen als im Erzgebirge«, ist er sich sicher und ergänzt: »Im Erzgebirge funktioniert die klassische Veranstaltungsevangelisation noch ganz gut – einschließlich des Rufs nach vorne, zum Kreuz. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das in weniger religiös geprägten Gegenden etwas anders ist – und darauf würde ich gerne Rücksicht nehmen.« Außerdem möchte er regelmäßig Glaubenskurse für Jugendliche anbieten, »also nicht nur, wenn gerade mal irgendwo eine Evangelisation stattgefunden hat«.

Landesjugendpfarrer Tobias Bilz verspricht sich von der Arbeit des neuen Jugendevangelisten, »dass uns noch stärker bewusst wird, wie wichtig ein authentischer und offener Lebensstil für die Glaubensweitergabe ist«. Es gelte, gemeinsam Tendenzen des Rückzuges auf das innerkirchliche Kerngeschäft zu überwinden. »Letztlich wird in jedem Zweig der Arbeit mit Jugendlichen zu schauen sein, ob er wirklich für Außenstehende und Suchende offen ist«, so der Landesjugendpfarrer. In Johannes Bartels sieht er den richtigen Mann für diese Aufgaben: »Er ist beziehungsstark und predigt gewinnend.«

Johannes Bartels, der verheiratet ist und zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren hat, wird vorerst im erzgebirgischen Lößnitz wohnen bleiben. Auch weil seine Frau Maria Pfarrerin der Gemeinde Lößnitz-Affalter ist. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit den anderen Mitarbeitern der Jugendarbeit, denn: »Evangelisation soll kein Spezial­bereich sein, sondern eine Sache, bei der möglichst alle zusammenarbeiten«.

Christine Reuther

Den ganzen Beitrag lesen auf: ⇒ DER SONNTAG [Sachsen]

Evangelisation als Lebensstil


Der Auer Jugendpfarrer Johannes Bartels wird neuer Jugendevangelist der Landeskirche.

Der promovierte Theologe Johannes Bartels stammt aus Siegen und war bisher Jugendpfarrer in Aue.

Der promovierte Theologe Johannes Bartels stammt aus Siegen und war bisher Jugendpfarrer in Aue.

Evangelisation ist für Johannes Bartels eine Herzensangelegenheit. »Ich möchte die Gute Nachricht kommunizieren, also die Botschaft, dass Gott uns in Jesus Christus entgegen kommt, und dass alle Menschen eingeladen sind in seine neue Welt«, sagt der Jugendpfarrer des Kirchenbezirks Aue. Bei Jugendwochen, Glaubenskursen und offenen Abenden hat er das bisher im Erzgebirge unter Beweis gestellt. Ab Februar wird er der Jugendevangelist für die gesamte Landeskirche sein.

Dann beginnt er diese Arbeit als Mitarbeiter des Landesjugendpfarramtes – und als Nachfolger von Lutz Scheufler. Dieser war im Juni 2012 aus diesem Dienst entlassen worden wegen seiner Haltung zum Beschluss der Kirchenleitung über homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus. Er hatte dabei erklärt, den Landesbischof und die Kirchenleitung nicht mehr als geistige Leitung anzuerkennen.

Johannes Bartels hat diesen Konflikt nicht. »Ich respektiere die Entscheidung der sächsischen Landessynode, und halte sie für weise. Im Übrigen denke ich, es wird Zeit, dass wir uns in Sachsen wieder anderen Themen widmen«, sagt er. Im Übrigen halte er es mit Papst Franziskus, der gesagt habe: »Wenn eine Person homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist – wer bin ich, dass ich über sie urteile?«

Für seine Arbeit als Jugendevangelist ist es ihm wichtig, in der Evangelischen Jugend einen evangelistischen Lebensstil einzuüben und zu pflegen. Dabei will er die jeweilige Situation im Blick behalten. »Evangelisation wird in Leipzig oder im Leipziger Land vermutlich anders aussehen als im Erzgebirge«, ist er sich sicher und ergänzt: »Im Erzgebirge funktioniert die klassische Veranstaltungsevangelisation noch ganz gut – einschließlich des Rufs nach vorne, zum Kreuz. Ich könnte mir aber vorstellen, dass das in weniger religiös geprägten Gegenden etwas anders ist – und darauf würde ich gerne Rücksicht nehmen.« Außerdem möchte er regelmäßig Glaubenskurse für Jugendliche anbieten, »also nicht nur, wenn gerade mal irgendwo eine Evangelisation stattgefunden hat«.

Landesjugendpfarrer Tobias Bilz verspricht sich von der Arbeit des neuen Jugendevangelisten, »dass uns noch stärker bewusst wird, wie wichtig ein authentischer und offener Lebensstil für die Glaubensweitergabe ist«. Es gelte, gemeinsam Tendenzen des Rückzuges auf das innerkirchliche Kerngeschäft zu überwinden. »Letztlich wird in jedem Zweig der Arbeit mit Jugendlichen zu schauen sein, ob er wirklich für Außenstehende und Suchende offen ist«, so der Landesjugendpfarrer. In Johannes Bartels sieht er den richtigen Mann für diese Aufgaben: »Er ist beziehungsstark und predigt gewinnend.«

Johannes Bartels, der verheiratet ist und zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren hat, wird vorerst im erzgebirgischen Lößnitz wohnen bleiben. Auch weil seine Frau Maria Pfarrerin der Gemeinde Lößnitz-Affalter ist. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit den anderen Mitarbeitern der Jugendarbeit, denn: »Evangelisation soll kein Spezial­bereich sein, sondern eine Sache, bei der möglichst alle zusammenarbeiten«.

Christine Reuther

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