Bleibt der Arbeitsmarkt in Chemnitz weiterhin stabil?

Der Arbeitsmarkt ist in Chemnitz weiterhin stabil. Das belegen auch die Zahlen des lokalen Arbeitsmarktes. Seit dem Anfang des Jahres sank die Arbeitslosigkeit in der Region kontinuierlich. Im Juli stieg sie zwar leicht an, der positive Trend ist aber sofort im Herbst zurückgekehrt. Darüber hinaus gab es im September trotz einer erhöhten Anzahl an Flüchtlingen im Arbeitsmarkt weniger Arbeitslose als im Vorjahr.

Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Sommer
Im Juli stieg die Arbeitslosigkeit in Chemnitz saisonbedingt an. Gewöhnlich steigt in den Sommermonaten die Jugendarbeitslosigkeit, da bei den Jugendlichen zahlreiche Bewerbungen für Lehrberufe und Studienplätze laufen, doch bereits mit dem Anfang von Herbst hat sich dies wieder geändert. Gegenüber Juli ist die Arbeitslosenquote im September um 0,4 Prozentpunkte gesunken und liegt gegenwärtig bei 8%. Auch die statistischen Zahlen der Langzeitarbeitslosen sinken weiter. Am Anfang des Jahres waren es 4.633 Personen, im September nur noch 4.033.

Daneben hat auch die Migration der Flüchtlinge Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit, bei Ausländern wurde gegenüber Vorjahr von der Bundesagentur von Arbeit ein Anstieg von nahezu 34% registriert.

Die Binnenkonjunktur im Raum Chemnitz ist ungebrochen stark. Durch die Niedrigzinsphase besteht eine Konsumneigung in der Bevölkerung. Die Nachfrage nach den Arbeitskräften blieb bei den ansässigen Unternehmen während des Sommers und im September stabil.

Es waren mehr als 2.760 offene Stellen gemeldet im September. Das World Wide Web wird von Unternehmen und Arbeitssuchenden immer häufiger genutzt. Die einen können per Mausklick Stellenangebote veröffentlichen, die anderen können sich genauso mühelos bewerben und auf speziasierten Plattformen online Arbeit finden.

Erleichterung des Arbeitsmarktzugangs für Flüchtlinge
Im August veröffentlichte das Bundesarbeitsministerium eine Verordnung, die Flüchtlingen den Zugang zum Arbeitsmarkt wesentlich erleichtern soll. In Chemnitz soll die Vorrangprüfung bei der Beschäftigung von Asylbewerbern und Geduldeten ausgesetzt werden. Es wurde beschlossen, diese Praxis für die Dauer von drei Jahren beizubehalten. Das bedeutet, dass Flüchtlinge, die einen Antrag aus humanitären Gründen gestellt haben, nach drei Monaten Aufenthalt den Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.

Die Vorrangprüfung durch die Agentur für Arbeit berücksichtigte bisher, ob deutsche Arbeitnehmer für das künftige Arbeitsverhältnis zur Verfügung stehen. Die Flüchtlinge sollten auch nicht zu ungünstigeren Bedingungen als deutsche Arbeitnehmer beschäftigt werden. Die Beschäftigungsbedingungen der Flüchtlinge werden auch weiterhin durch die Agentur für Arbeit überprüft werden.

Es ist eine gewaltige Herausforderung, die ausländischen Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.