Lebenshaltungskosten in Dresden

Unter den Lebenshaltungskosten werden die Kosten verstanden, die ein Haushalt in einer bestimmten Zeitspanne tragen muss, um sein alltägliches Leben zu bestreiten. Dazu zählen Ausgaben für Lebensmittel, Miete, Körperpflege und Hygiene, Kleidung sowie Ausgaben für Freizeitbeschäftigungen, Unterhaltskosten für Autos und Weiterbildungen. Die Lebenshaltungskosten werden vom Statistischen Bundesamt erhoben. Dafür betrachtet das Statistische Bundesamt einen repräsentativen Warenkorb, der den Durchschnittskonsum eines Vierpersonenhaushalts abbildet. Um eine Vergleichbarkeit zu den Vorjahren und zu anderen Städten herzustellen, wird ein Lebenshaltungskostenindex ermittelt, der sich auf Grundlage eines Laspeyres-Indexes (harmonisierter Verbraucherpreisindex) errechnet.

Lebenshaltungskosten in unterschiedlichen Bundesgebieten
Tendenziell lässt sich sagen, dass die Lebenshaltungskosten in den ostdeutschen Ländern geringer sind als in den westdeutschen Ländern. Besonders in Ballungsgebieten um Frankfurt, München, Stuttgart und Düsseldorf, wo bundesweit die höchsten Durchschnittsgehälter bezogen werden, sind die durchschnittlichen Konsumausgaben und damit auch die Lebenshaltungskosten deutschlandweit am höchsten. Städte wie Leipzig oder Dresden sind in der Liste der höchsten Durchschnittsgehälter deutlich weiter hinten zu finden als beispielsweise Frankfurt, entsprechend niedriger sind auch die Lebenshaltungskosten in Dresden und Leipzig. Während im Jahr 2016 in Dresden ein Durchschnittsgehalt von etwa 1600 Euro bezogen wurde, und davon im Mittel 1400 Euro an Konsumausgaben abgingen, lag das Durchschnittsgehalt mit etwa 2350 Euro in Frankfurt deutlich höher. Dort wurden jedoch auch Konsumausgaben in Höhe von durchschnittlich knapp 2150 Euro getätigt. Neben Dresden und Leipzig sind in im ländlichen Raum von Sachsen und Thüringen die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten im bundesweiten Vergleich besonders niedrig.

Zusammensetzung der Lebenshaltungskosten
Die Lebenshaltungskosten setzen sich zu einem Großteil aus folgenden Ausgaben zusammen:

  • Lebensmittel
  • Wohnraum
  • Nutzung von Verkehrsmitteln
  • Freizeitaktivitäten

Besonders die Kosten für Wohnraum sind in den letzten Jahren im städtischen Bereich gestiegen, wobei es auch hier signifikante Unterschiede im bundesweiten Vergleich gibt. Begünstigt durch die Niedrigzinsphase und die damit verbundene gesteigerte Nachfrage nach Eigentum sind die Quadratmeterpreise insbesondere in Städten gestiegen, die eine starke Wirtschaftskraft besitzen, viel Arbeitsplätze bieten und der Wohnraum knapp ist. Da die Mehrheit der Bundesbürger in den Städten kein Wohneigentum besitzt, sind durch die Erhöhung der durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Mieten in Städten dort auch die Lebenshaltungskosten gestiegen. Darüber hinaus lässt sich beobachten, dass der Durchschnittsbürger immer mehr Geld für Nahrungsmittel ausgibt. Ein Grund könnte ein gesteigertes Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise sein, andererseits könnten aber auch Zeitdruck und teilweise daraus resultierende Mehrausgaben für Restaurantbesuche diese Tendenz begründen. In Ostdeutschland liegen die Ausgaben für Restaurantbesuche und die Ausgaben für Lebensmittel aus traditionellen Gründen niedriger als in den meisten westdeutschen Städten, speziell in Dresden liegen die Ausgaben mit durchschnittlich etwa 30 Euro pro Restaurantbesuch vergleichsweise besonders niedrig.

Dresden weiterhin beliebt bei Studenten
Im bundesweiten Vergleich der Lebenshaltungskosten in den deutschen Großstädten ist Dresden relativ weit hinten rangiert. Zwar haben sich in den vergangenen Jahren durch die leichte Inflation und die dadurch gestiegenen Preise die Lebenshaltungskosten auch in Dresden erhöht, jedoch nicht so stark wie in Städten, in denen insbesondere die Nachfrage nach Wohnraum stärker gestiegen ist. Typische Beispiele sind Frankfurt, München oder Stuttgart, in denen die durchschnittlichen Mieten pro Quadratmeter mittlerweile etwa doppelt so hoch liegen als in Dresden. Ein weiterer Grund für die große Beliebtheit Dresdens bei Studenten sind die günstigen Preise der öffentlichen Verkehrsmittel, von denen auch Senioren, Alleinerziehende, die meistens nicht so mobil sind, sowie ärmere Bevölkerungsgruppen profitieren.

Die Lebenshaltungskosten sind in Dresden innerhalb der letzten Jahre nicht so stark gestiegen wie beispielsweise in München oder Frankfurt, weswegen ein Leben in Dresden vor allem für Studenten, Rentner und Alleinerziehende nach wie vor als attraktiv erscheint. Hinzu kommen günstige Preise für den öffentlichen Nahverkehr, der ein Grundmaß an Mobilität trotz eines geringen Budgets ermöglicht.